Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • 5-HT
    Siehe Serotonin.
  • α-Motoneuron
    Ein Neuron, das die extrafusalen Fasern des Skelettmuskels innerviert.
  • γ-Aminobuttersäure (gamma-aminobutyric acid, GABA)
    Eine Aminosäure, die aus Glutamat synthetisiert wird; der im zentralen Nervensystem am häufigsten vorkommende inhibitorische Neurotransmitter.
  • γ-Motoneuron
    Ein Motoneuron, das intrafusale Muskelfasern innerviert.
  • Bottom-up-Aufmerksamkeit
    Aufmerksamkeit, die reflexartig auf einen auffälligen äußeren Reiz gerichtet wird. Auch als exogene Aufmerksamkeit bezeichnet.
  • clock-Gen
    Ein Gen, das entscheidend am molekularen Mechanismus des circadianen Rhythmus beteiligt ist; clock-Gene werden in Proteine translatiert, die ihre eigene Transkription regulieren, und ihre Expression nimmt mit einem Zyklus von 24 h ab und wieder zu.
  • cyclic AMP response element binding protein (CREB)
    Ein Protein, das an spezifische Bereiche der DNA bindet (cyclic AMP response elements) und die Gentranskription reguliert; ein sehr wichtiger Regulator der von der Proteinsynthese abhängigen Gedächtniskonsolidierung.
  • Default-Mode-Netzwerk
    Auch Ruhezustandsnetzwerk. Eine Gruppe von miteinander verknüpften Hirnregionen, die bei einem Gehirn im Ruhezustand stets aktiver sind als bei der aktiven Erfüllung von Aufgaben.
  • Gap junction
    Eine spezielle Kontaktstelle, bei der mittels eines Proteinkanals eine enge Verbindung zwischen zwei Zellen entsteht, durch die Ionen direkt von einer Zelle in die andere gelangen können.
  • In-situ-Hybridisierung
    Ein Verfahren zur Lokalisierung von Messenger-RNA in Zellen.
  • Messenger-RNA (mRNA)
    Ein Molekül, das aus vier Nucleotiden besteht und die genetische Information für den Zusammenbau eines Proteins aus dem Kern in das Cytoplasma überträgt.
  • Multiple-Trace-Modell der Gedächtniskonsolidierung
    Eine Alternative zum Standardmodell der Gedächtniskonsolidierung, dem zufolge der Hippocampus zusammen mit dem Neocortex unbefristet an der Gedächtnisspeicherung beteiligt ist. Nach diesem Modell wird jedes Mal, wenn eine episodische Erinnerung in neuem Kontext abgerufen wird, eine zusätzliche neue Gedächtnisspur angelegt.
  • OFF-Bipolarzelle
    Eine Bipolarzelle der Netzhaut, die als Reaktion auf Dunkelheit (light OFF) im Zentrum ihres rezeptiven Feldes depolarisiert.
  • Overshoot
    Der Teil eines Aktionspotenzials, bei dem das Membranpotenzial einen positiveren Wert als 0mV erreicht.
  • Patch clamp
    Eine Methode, mit der das Membranpotenzial im Experiment an einer begrenzten Stelle konstant gehalten werden kann, während der Stromfluss durch eine geringe Anzahl von Membrankanälen gemessen wird.
  • Phase locking („phasenstarre Kopplung“)
    Das Feuern eines auditorischen Neurons stets in der gleichen Phase einer Schallwelle.
  • Second Messenger (Sekundärer Botenstoff)
    Ein kurzlebiger chemischer Signalstoff im Cytosol, der eine biochemische Reaktion auslösen kann. Die Bildung von Second Messenger wird in der Regel durch einen ersten Botenstoff (First Messenger; ein Neurotransmitter oder ein Hormon) stimuliert, der als ein G-Protein-gekoppelter-Rezeptor an der Zelloberfläche liegt. Beispiele für Second Messenger sind zyklisches Adenosinmonophosphat (cAMP), zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP) und Inositol-1,4,5-trisphosphat (IP3).
  • Sex-determining region of the Y chromosome (SRY)
    Ein Gen auf dem Y-Chromosom, das den hodendeterminierenden Faktor (testis-determining factor, TDF) codiert; essenziell für die normale Entwicklung des Mannes.
  • Shunting inhibition (Kurzschlusshemmung)
    Eine Form der synaptischen Hemmung, bei der der an exzitatorischen Synapsen entstehende depolarisierende Strom durch Reduktion des Membranwiderstands abgeschwächt wird.
  • Split-Brain-Untersuchung
    Ein Verhaltenstest bei Tieren oder Menschen, deren Großhirnhälften durch einen Schnitt im Corpus callosum getrennt wurden.
  • SRY
    Siehe sex-determining region of the Y chromosome.
  • Top-down-Aufmerksamkeit
    Willentlich vom Gehirn gerichtete Aufmerksamkeit, um ein Verhaltensziel zu erreichen. Auch als endogene Aufmerksamkeit bezeichnet.
  • Undershoot
    Siehe Nachhyperpolarisation.
  • Absolute Refraktärzeit
    Die Zeit, gemessen vom Beginn eines Aktionspotenzials, in der sich kein neues Aktionspotenzial auslösen lässt.
  • Acetylcholin
    Ein Amin, das in vielen Synapsen des peripheren und zentralen Nervensystems und auch am Übergang zwischen Neuron und Muskel als Neurotransmitter dient.
  • ACTH
    Siehe adrenocorticotropes Hormon.
  • Adenosintriphosphat (ATP)
    Das Molekül, das die Energiewährung der Zelle darstellt. Bei der Hydrolyse von ATP zu Adenosindiphosphat (ADP) wird Energie frei, die die meisten biochemischen Reaktionen des Neurons antreibt. ADP wird in den Mitochondrien wieder zu ATP umgewandelt.
  • Adenylatcyclase
    Ein Enzym, das die Umwandlung von Adenosintriphosphat (ATP) in zyklisches Adenosinmonophosphat (cAMP), einen Second Messenger, katalysiert.
  • Adipositas
    Ein Zustand positiver Energiebilanz, bei dem die Energieaufnahme und die Energiespeicherung den Energieverbrauch übersteigen, was zu einem erhöhten Körperfettanteil führt. Auch als Fettleibigkeit bezeichnet.
  • Adiuretin
    Ein kleines Peptidhormon, das von magnozellulären neurosekretorischen Zellen aus dem Hypophysenvorderlappen freigesetzt wird; fördert die Wasserretention und verringert die Harnproduktion in der Niere; auch als antidiuretisches Hormon (ADH) oder Vasopressin bezeichnet.
  • Adrenalin
    Ein Catecholamin-Neurotransmitter, der aus Noradrenalin synthetisiert wird.
  • Adrenocorticotropes Hormon (ACTH)
    Ein Hormon, das als Reaktion auf Corticoliberin vom Hypophysenvorderlappen abgegeben wird; stimuliert die Freisetzung von Cortisol aus der Nebenniere.
  • Affektive Aggression
    Eine offensive oder defensive Form der Aggression, begleitet von verbalen Äußerungen und einer hohen Aktivität des vegetativen Nervensystems.
  • Affektive Störung
    Ein Geisteszustand, der durch Gemütsstörungen charakterisiert ist; auch als Depression bezeichnet. Beispiele sind eine schwere Depression und eine bipolare affektive Störung.
  • Afferenz
    Ein Axon, das zu einer Struktur hinleitet und diese innerviert. Siehe auch Efferenz.
  • Agnosie
    Die Unfähigkeit, Objekte zu erkennen, auch wenn einfache sensorische Fähigkeiten scheinbar normal ausgeprägt sind; kann beispielsweise durch Schädigung des ventralen visuellen Pfads verursacht werden.
  • Agoraphobie
    Eine psychische Störung, die durch die Angst charakterisiert ist, sich auf öffentlichen Plätzen aufzuhalten und einer Situation nicht oder nur unter peinlichen Umständen entkommen zu können.
  • Akkommodation
    Die Änderung der Brechkraft durch Veränderung der Linsenform im Auge.
  • Aktin
    In allen Zellen ein Protein des Cytoskeletts und das in dünnen Filamenten der Skelettmuskelfasern hauptsächlich vorkommende Protein; verursacht die Muskelkontraktion durch spezifische chemische Wechselwirkungen mit Myosin.
  • Aktionspotenzial
    Eine kurze Veränderung des Membranpotenzials, verursacht durch das schnelle Öffnen und Schließen von spannungsabhängigen Ionenkanälen; auch bekannt als Spike, Nervenimpuls oder Entladung. Aktionspotenziale breiten sich wie eine Welle entlang eines Axons aus und übertragen auf diese Weise Informationen von einem Ort des Nervensystems zum anderen.
  • Aktive Zone
    Eine Region in der präsynaptischenMembran, in der Neurotransmitter freigesetzt werden.
  • Amakrinzelle
    Ein Neuron in der Netzhaut des Auges, dessen Neuriten lateral in die innere plexiforme Schicht ziehen.
  • Amboss
    Ein kleiner Knochen im Mittelohr, dessen Form an einen Amboss erinnert.
  • Aminosäure
    Ein chemischer Grundbaustein von Proteinmolekülen, der aus einem zentralen Kohlenstoffatom, einer Aminogruppe, einer Carboxylgruppe und einemvariablen Rest besteht.
  • Ammonshorn (Cornu ammonis)
    Eine Schicht von Neuronen im Hippocampus, von der Axone in den Fornix ziehen.
  • Amnesie
    Ein ausgeprägter Verlust von Gedächtnis oder Lernvermögen. Siehe auch anterograde Amnesie, retrograde Amnesie.
  • Amnestische Aphasie
    Die Unfähigkeit, Worte zu finden.
  • AMPA-Rezeptor
    Ein Subtyp des Glutamatrezeptors; ein glutamatabhängiger Ionenkanal, der für Na+ und K+ durchlässig ist.
  • Ampulle
    Die Ausbuchtung am Ende eines Bogengangs, die die Haarzellen enthält, welche Drehbewegungen übertragen.
  • Amygdala
    Ein mandelförmiger Kern im anterioren Temporallappen, von dem man annimmt, dass er an der Empfindung von Gefühlen, bestimmten Formen des Lernens und am Gedächtnis beteiligt ist.
  • Anabolismus
    Die Biosynthese von organischen Molekülen aus Vorstufen; auch als anaboler Stoffwechsel bezeichnet. Siehe auch Katabolismus.
  • Analgesie
    Das Fehlen von normalem Schmerzempfinden.
  • Androgene
    Männliche steroidale Geschlechtshormone, von denen das wichtigste Testosteron ist.
  • Angststörung
    Eine aus einer ganzen Reihe von psychischen Störungen, die durch irrationale oder unangemessene Angst charakterisiert ist; dazu gehören Panikstörung, Agoraphobie und obsessiv kompulsives Syndrom (OCD).
  • Anion
    Ein negativ geladenes Ion. Siehe auch Kation.
  • Anorexia nervosa
    Eine psychische Störung, die durch Fixierung auf das Essen, eine starke Angst vor Gewichtszunahme und die freiwillige Beibehaltung eines Körpergewichts unter dem Normalgewicht charakterisiert ist.
  • Anorexie
    Ein Zustand der Appetitlosigkeit, bei dem der Energieverbrauch die Energieaufnahme übersteigt. Mit Magersucht als krankhafter Sonderform.
  • Anorexigenes Peptid
    Ein neuroaktives Peptid, das wirkt, indem es die Nahrungsaufnahme inhibiert; Beispiele sind Cholecystokinin (CCK), α-Melanocyten-stimulierendes Hormon (αMSH) und das Kokain- und Amphetamin-regulierte Transkriptpeptid (CART).
  • Antagonistischer Muskel
    Ein Muskel, der am selben Gelenk einem anderen Muskel entgegenwirkt.
  • Anterior
    Anatomische Lagebezeichnung; Richtung Nase gelegen oder rostral.
  • Anteriorer cingulärer Cortex
    Bereich der Großhirnrinde direkt vor und über dem vorderen Abschnitt des Corpus callosum. Wurde mit der Pathophysiologie von affektiven Störungen in Zusammenhang gebracht.
  • Anterograde Amnesie
    Die Unfähigkeit, neue Informationen in das Gedächtnis aufzunehmen.
  • Anterograder Transport
    Axoplasmatischer Transport aus dem Soma eines Neurons zur Axonterminale.
  • Antidepressivum
    EinWirkstoff,mit dem die Symptome einer Depression behandelt werden, indem im Gehirn die Konzentration von monoaminen Neurotransmittern erhöht wird; Beispiele sind Trizyklika, Monoaminoxidase(MAO)-Hemmer und SSRIs.
  • Antidiuretisches Hormon (ADH)
    Siehe Adiuretin.
  • Anxiolytikum
    Ein Wirkstoff, der Angstgefühle verringert; Beispiele sind Benzodiazepine und SSRIs.
  • Aphasie
    Ein teilweiser oder vollständiger Sprachverlust als Folge eines Gehirnschadens. Siehe auch Broca-Aphasie, Leitungsaphasie, Wernicke-Aphasie.
  • Apoptose
    Der Mechanismus eines geordnet ablaufenden, genetisch programmierten Zelltods.
  • Arachnoidea
    Die mittlere von drei Hirnhäuten, den drei Membranen, die das zentrale Nervensystem umgeben.
  • Arbeitsgedächtnis
    Die vorübergehende Speicherung von Informationen, die in ihrer Kapazität begrenzt ist und bei der ständige Wiederholung notwendig ist.
  • Areal 17
    Primäre Sehrinde.
  • Areal IT
    Ein Gebiet des Neocortex an der inferioren Oberfläche des Temporallappens, das Teil des ventralen visuellen Verarbeitungsstroms ist; enthält Neuronen, die auf komplexe Objekte wie Gesichter reagieren und scheint am visuellen Gedächtnis beteiligt zu sein.
  • Areal LIP
    Siehe lateral-intraparietaler Cortex.
  • Areal MT
    Ein Gebiet des Neocortex an der Verbindung von Parietal- und Temporallappen, das von der primären Sehrinde versorgt wird und vermutlich auf die Verarbeitung von Objektbewegungen spezialisiert ist; auch als V5 bezeichnet.
  • Areal V4
    Ein Gebiet des Neocortex anterior zur primären Sehrinde, das im ventralen visuellen Verarbeitungsstrom liegt und vermutlich für die Wahrnehmung von Formen und Farben von Bedeutung ist.
  • Assoziatives Lernen
    Das Erlernen von Verbindungen zwischen Ereignissen; man unterscheidet zwei Formen: die klassische und die operante Konditionierung.
  • Astrocyt
    Eine Gliazelle im Gehirn, die Neuronen stützt und die chemische und ionische Zusammensetzung der Umgebung kontrolliert.
  • Ataxie
    Anormale, nichtkoordinierte Bewegungen, häufig in Verbindung mit einer Dysfunktion des Kleinhirns.
  • Atonie
    Das Fehlen von Muskelspannung.
  • ATP
    Siehe Adenosintriphosphat.
  • Attenuationsreflex
    Die Kontraktion von Muskeln im Mittelohr, die zu einer Reduktion der Empfindlichkeit des Gehörs führt.
  • Aufmerksamkeit
    Der Zustand, in dem die Konzentration selektiv auf einen sensorischen Reiz gelenkt wird.
  • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS)
    Durch Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität gekennzeichnete Verhaltensstörung.
  • Aufstrich
    Der erste Teil eines Aktionspotenzials, gekennzeichnet durch eine schnelle Depolarisation der Membran.
  • Augendominanzsäule
    Eine Region der primären Sehrinde, die Information vorwiegend von einem Auge erhält.
  • Augendominanzverschiebung
    Eine Veränderung der Verschaltungen in der Sehrinde, die mehr Neuronen auf den Input eines Auges reagieren lässt.
  • Außenohr
    Die Ohrmuschel mit dem Gehörgang.
  • Außensegment
    Lichtempfindlicher Abschnitt der Photorezeptoren der Retina.
  • Äußere Haarzelle
    Eine Rezeptorzelle für auditorische Reize, die im Innenohr weiter von der Schneckenspindel entfernt liegt als die Pfeilerzellen des Corti-Organs.
  • Äußere Körnerschicht
    Eine Schicht der Netzhaut im Auge, die die Zellkörper der Photorezeptoren enthält.
  • Äußere plexiforme Schicht
    Eine Schicht in der Netzhaut des Auges, die sich zwischen der inneren und der äußeren Körnerschicht befindet; enthält Neuriten und Synapsen zwischen Photorezeptoren, Horizontal- und Bipolarzellen.
  • Äußerer Augenmuskel
    Ein Muskel, der das Auge in der Augenhöhle bewegt.
  • Autonome Ganglien
    Periphere Ganglien im sympathischen und parasympathischen Teil des vegetativen Nervensystems.
  • Autoradiografie
    Ein Verfahren, mit dem sich radioaktiv strahlende Bereiche in Gewebeschnitten sichtbar machen lassen.
  • Autorezeptor
    Ein Rezeptor in der Membran einer präsynaptischen Axonterminale, der empfindlich für die von diesem Ende freigesetzten Neurotransmitter ist.
  • Axialer Muskel
    Ein Muskel, der Bewegungen des Rumpfes ermöglicht.
  • Axon
    Ein Neurit, der auf die Leitung von Nervenimpulsen spezialisiert ist.
  • Axonhügel
    Eine Schwellung des Axons im Übergangsbereich zum Soma.
  • Axonkollaterale
    Seitenast eines Axons.
  • Axonterminale
    Der Endbereich eines Axons und gewöhnlich der Ort des synaptischen Kontakts mit einer anderen Zelle; auch als Synapsenendknöpfchen oder präsynaptische Terminale bezeichnet.
  • Axoplasmatischer Transport
    Der Transport von Substanzen entlang eines Axons.
  • Bahn (Tractus)
    Eine Ansammlung von Axonen im zentralen Nervensystemmit einem gemeinsamen Ursprung und einem gemeinsamen Ziel.
  • Balken (Corpus callosum)
    Die große Kommissur im Großhirn, die aus Axonen besteht und die Rinde der beiden Hirnhälften verbindet.
  • Ballismus
    Eine Bewegungsstörung, die durch eine Schädigung des Nucleus subthalamicus verursacht wird und durch heftige Schleuderbewegungen der Extremitäten gekennzeichnet ist.
  • Barbiturate
    Eine Wirkstoffklasse mit beruhigender, anästhesierender und krampflösenderWirkung; Barbiturate wirken teilweise über die Bindung an GABAA-Rezeptoren und verlängern deren hemmendeWirkung.
  • Basaler Vorderhirnkomplex
    Verschiedene cholinerge Kerne des Großhirns, einschließlich des Nucleus septalis medialis und des Nucleus basalis Meynert.
  • Basales Großhirn
    Der Bereich des Großhirns, der tief in den Großhirnhälften liegt. Auch als basales Telencephalon bezeichnet.
  • Basalganglien
    Eine Reihe von assoziierten Zellgruppen im basalen Großhirn, umfasst den Nucleus caudatus, das Putamen, das Pallidum und den Nucleus subthalamicus.
  • Basilarmembran
    Eine Membran, die die Scala tympani und die Scala media in der Hörschnecke des Innenohrs voneinander trennt. Schwingungen der Basilarmembran sind für die Transduktion des Schallreizes entscheidend.
  • Basisemotionen
    Eine überschaubare Anzahl grundlegender Emotionen, die sich nicht aus anderen emotionalen Komponenten zusammensetzen, angeboren sind und in allen Kulturen gleichermaßen vorkommen. Auch Grundgefühle genannt.
  • BCM-Theorie
    Eine Theorie, die besagt, dass Synapsen in zwei Richtungen beeinflussbar sind. Eine Verstärkung der synaptischen Übertragungsstärke erfolgt, wenn die präsynaptische Aktivität mit einer starken postsynaptischen Reaktion zusammentrifft, und eine Verringerung der synaptischen Übertragungsstärke erfolgt, wenn die präsynaptische Aktivität mit einer schwachen postsynaptischen Reaktion einhergeht. Eine Erweiterung des Synapsenkonzepts von Hebb, die von Bienenstock, Cooper und Munro an der Brown University entwickelt wurde. Siehe auch Hebb-Synapse, Hebb’sches Lernen.
  • Bedorntes Neuron
    Ein Neuron mit dendritischen Dornen.
  • Benzodiazepine
    Eine Wirkstoffklasse mit angstlösender, sedativer, muskelentspannender und krampflösender Wirkung; wirkt durch die Bindung an GABAA-Rezeptoren und verlängert deren hemmendeWirkung.
  • Beuteaggression
    Angriffsverhalten, oft mit dem Ziel, Nahrung zu erbeuten, begleitet von einigen wenigen Lautäußerungen und geringer Aktivität des vegetativen Nervensystems.
  • Bewusstsein
    Bewusste Wahrnehmung äußerer Reize und innerer Gedanken und Gefühle.
  • Bindehaut
    Die Membran, die sich vom Augenlid zurückfaltet und mit der Lederhaut des Auges verbunden ist.
  • Binokuläre Rivalität
    Zeitlich alternierende Wahrnehmung, die auftritt, wenn die beiden Augen gleichzeitig verschiedene Bilder sehen.
  • Binokulärer Wettstreit
    Ein Prozess, von dem man annimmt, dass er während der Entwicklung des Sehsystems abläuft und bei dem die über beide Augen eingehende Information um die Innervation derselben Zelle konkurriert.
  • Binokuläres Gesichtsfeld
    Der Bereich des Gesichtsfeldes, der von beiden Augen wahrgenommen wird.
  • Binokuläres rezeptives Feld
    Das rezeptive Feld eines Neurons, das auf die Stimulierung durch sowohl das eine als auch das andere Auge reagiert.
  • Bipolare Störung
    Eine affektive psychische Störung, die durch manische Phasen charakterisiert ist, welche von depressiven Phasen unterbrochen werden; auch als manisch-depressive Störung bezeichnet.
  • Bipolares Neuron
    Ein Neuron mit zwei Neuriten.
  • Bipolarzelle
    Eine Zelle in der Netzhaut, die Photorezeptoren mit Ganglienzellen verbindet.
  • Blob
    Ein Bereich, hauptsächlich in Schicht II und III der primären Sehrinde, der durch eine hohe Konzentration des Enzyms Cytochromoxidase in den Zellen gekennzeichnet ist.
  • Blob-Pfad
    Eine Bahn für die Verarbeitung visueller Informationen, die über parvozelluläre und koniozelluläre Schichten des CGL verläuft und in den Blobs der Schicht III der primären Sehrinde zusammenläuft; vermutlich an der Verarbeitung von Informationen über die Objektfarbe beteiligt.
  • Blut-Hirn-Schranke
    Eine Spezialisierung von Wänden der Gehirnkapillaren, die den Übergang von Substanzen aus dem Blut in die extrazelluläre Hirnflüssigkeit begrenzt.
  • Bogengang
    Ein Bestandteil des vestibulären Labyrinths im Innenohr, der die Rotation des Kopfes überträgt.
  • Brechung
    Die Richtungsänderung von Lichtstrahlen, die beim Übertritt von einem transparenten Medium in ein anderes auftreten kann.
  • Broca-Aphasie
    Eine Sprachstörung, bei der eine Person Schwierigkeiten mit der Wortfindung und dem Wiederholen von Wörtern hat, Sprache jedoch verstehen kann; auch bekannt als motorische Aphasie oder nichtflüssige Aphasie.
  • Broca-Zentrum
    Ein Bereich des Frontallappens des Gehirns, dessen Schädigung eng mit der Broca-Aphasie assoziiert ist.
  • Brücke (Pons)
    Der Teil des rostralen Rautenhirns, der ventral zum Kleinhirn und dem vierten Ventrikel liegt.
  • Brückenkerne (Nuclei pontis)
    Ein Cluster von Neuronen, das als Umschaltstation Informationen aus der Großhirnrinde an die Kleinhirnrinde weiterleitet.
  • Brunstzyklus
    Weiblicher Fruchtbarkeitszyklus, der bei den meisten nicht zu den Primaten gehörenden Säugetieren auftritt und bei dem es Phasen der Paarungsbereitschaft gibt.
  • Bulbus olfactorius
    Siehe Riechkolben.
  • Bulimia nervosa
    Eine psychische Störung, die durch starke, unkontrollierte Essattacken gefolgt von Kompensationsverhalten wie herbeigeführtem Erbrechen gekennzeichnet ist.
  • Bündel
    Eine Ansammlung von Axonen, die nebeneinanderliegen, aber nicht zwangsläufig denselben Ursprung und dasselbe Ziel haben müssen.
  • CA1
    Ein Bereich des Ammonshorns im Hippocampus, der von den Neuronen der CA3-Region erregt wird (CA von Cornu ammonis, Ammonshorn).
  • CA3
    Ein Bereich des Ammonshorns im Hippocampus, der von den Neuronen des Gyrus dentatus erregt wird (CA von Cornu ammonis, Ammonshorn).
  • Calcium-Calmodulin-abhängige Proteinkinase (CaMK)
    Eine Proteinkinase, die durch einen Anstieg der internen Calciumkonzentration aktiviert wird.
  • Calciumpumpe
    Eine Ionenpumpe, die Calcium aus dem Cytoplasma transportiert.
  • CAM
    Siehe Zelladhäsionsmolekül.
  • cAMP
    Siehe zyklisches Adenosinmonophosphat.
  • Cannon-Bard-Theorie
    Eine Theorie aus der Psychologie, nach der das emotionale Erleben unabhängig vom emotionalen Ausdruck ist und durch das Aktivierungsmuster im Thalamus bestimmt wird.
  • Capsula interna
    Eine Ansammlung von Axonen, die das Großhirn mit dem Zwischenhirn verbindet.
  • Catecholamine
    Die Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin.
  • Caudal
    Anatomische Lagebezeichnung; Richtung Schwanz gelegen oder posterior.
  • CCK
    Siehe Cholecystokinin.
  • Cerebellum
    Siehe Kleinhirn.
  • Cerebraler Aquädukt
    Ein im Mittelhirn gelegener Kanal, der mit Liquor gefüllt ist.
  • Cerebrospinalflüssigkeit
    Siehe Liquor cerebrospinalis.
  • Cerebrum
    Siehe Großhirn.
  • CGL
    Siehe Corpus geniculatum laterale.
  • CGM
    Siehe Corpus geniculatum mediale.
  • cGMP
    Siehe zyklisches Guanosinmonophosphat.
  • Channelrhodopsin-2 (ChR2)
    Lichtempfindlicher Kationenkanal, der erstmals bei Grünalgen isoliert wurde. Kann in Neuronen exprimiert und dazu verwendet werden, deren Aktivität mittels Licht zu steuern.
  • Charakteristische Frequenz
    Die Schallfrequenz, bei der ein Neuron des Hörsystems die stärkste Reaktion zeigt.
  • Chemische Synapse
    Eine Synapse, bei der die präsynaptische Aktivität die Freisetzung von Neurotransmittern stimuliert, welche Rezeptoren in der postsynaptischen Membran aktivieren.
  • Chemoaffinitätshypothese
    Eine Hypothese, die besagt, dass chemische Markermoleküle auf wachsenden Axonen zu komplementären Markermolekülen auf den Zielstrukturen passen.
  • Chemorezeptor
    Ein sensorischer Rezeptor, der selektiv für bestimmte chemische Substanzen ist.
  • Chiasma opticum (Sehnervenkreuzung)
    Die Struktur, in der der linke und der rechte Sehnerv zusammenlaufen und sich teilweise kreuzen, um den linken und rechten Tractus opticus zu bilden.
  • Cholecystokinin (CCK)
    Ein Peptid, das in einigen Neuronen des zentralen und peripheren Nervensystems und in einigen Endothelzellen, die den oberen Magen-Darm-Trakt auskleiden, vorkommt; ein Sättigungssignal, das die Nahrungsaufnahme hemmt, teilweise, indem es auf die Axone des Nervus vagus wirkt, welche für die Magendehnung empfindlich sind.
  • Cholinerg
    Beschreibt Neuronen oder Synapsen, die Acetylcholin bilden und freisetzen.
  • Chorea Huntington
    Eine unheilbare, tödliche Erbkrankheit, die durch Bewegungsstörungen (Dyskinese), Demenz und Persönlichkeitsstörungen gekennzeichnet ist; verbunden mit einer umfassenden Degenerierung von Neuronen in den Basalganglien und in der Großhirnrinde.
  • Chromosom
    Eine Struktur im Zellkern, die einen einzelnen DNA-Strang enthält.
  • Ciliarmuskel
    Ein Muskel, der die Form der Augenlinse kontrolliert.
  • Circadianer Rhythmus
    Ein Rhythmus mit einer Periode von etwa einem Tag.
  • Cochlea
    Siehe Hörschnecke.
  • Cochleärer Verstärker
    Die äußeren Haarzellen, einschließlich der Motorproteine in der Membran dieser Zellen, die die Auslenkung der Basilarmembran in der Hörschnecke verstärken.
  • Cochleariskern
    Siehe dorsaler Cochleariskern, ventraler Cochleariskern.
  • Colliculus inferior
    Ein zentraler Kern im Mittelhirn, von dem alle absteigenden Hörsignale zum Nucleus geniculatus medialis ziehen. Auch als unterer Hügel bezeichnet.
  • Colliculus superior
    Eine Struktur im Mittelhirndach, die direkten retinalen Eingang erhält und die sakkadischen Augenbewegungen kontrolliert.
  • Cornea
    Siehe Hornhaut.
  • Corpus callosum
    Siehe Balken.
  • Corpus geniculatum laterale (CGL)
    Ein thalamischer Kern, der Informationen von der Netzhaut auf die primäre Sehrinde überträgt.
  • Corpus geniculatum mediale (CGM)
    Ein Umschaltkern im Thalamus, durch den alle auditorischen Informationen auf ihrem Weg vom inferioren Colliculus zur Hörrinde laufen.
  • Corpus striatum
    Siehe Striatum.
  • Cortex
    Siehe Großhirnrinde.
  • Cortex cerebelli
    Siehe Kleinhirnrinde.
  • Corti-Organ
    Das Rezeptororgan des auditorischen Systems im Innenohr, das aus Haarzellen, Pfeilerzellen und Stützzellen besteht.
  • Corticoliberin (Corticotropin-releasing-Hormon, CRH)
    Ein Hormon, das von Neuronen des Nucleus paraventricularis des Hypothalamus freigesetzt wird; stimuliert die Freisetzung von ACTH durch den Hypophysenvorderlappen.
  • Cortikale Platte
    Eine Zellschicht der unreifen Hirnrinde, die nichtdifferenzierte Neuronen enthält.
  • Cortikale weiße Substanz
    Ein Bündel von Axonen, das direkt unterhalb der Großhirnrinde liegt.
  • Cortikales Modul
    Die Einheit der Hirnrinde, die notwendig und hinreichend ist, um einen abgegrenzten Punkt auf der sensorischen Oberfläche zu analysieren.
  • Cortisol
    Ein Steroidhormon, das von der Nierenrinde freigesetzt wird; mobilisiert Energiereserven, unterdrückt das Immunsystem und wirkt direkt auf einige Neuronen des zentralen Nervensystems.
  • Cotransmitter
    Einer von zwei oder mehr verschiedenen Neurotransmittern, die aus einer einzelnen präsynaptischen Nerventerminale freigesetzt werden.
  • CRH
    Siehe Corticoliberin.
  • Cytoarchitektonische Karte
    Eine Karte, in der Regel der Großhirnrinde, die auf Unterschieden in der Cytoarchitektur beruht.
  • Cytoarchitektur
    Die Anordnung von Nervenzellkörpern in den verschiedenen Teilen des Gehirns.
  • Cytochromoxidase
    Ein mitochondriales Enzym, das in Zellen häufig ist, die in der primären Sehrinde Blobs bilden.
  • Cytoplasma
    Zellmaterial, das von der Zellmembran umschlossen ist; einschließlich der Organellen, doch ohne den Zellkern.
  • Cytoskelett
    Das innere Gerüst, das einer Zelle die charakteristische Gestalt verleiht; besteht aus Mikrotubuli, Neurofilamenten und Mikrofilamenten.
  • Cytosol
    Die wässrige Flüssigkeit im Zellinneren.
  • DAG
    Siehe Diacylglycerin.
  • Dale-Prinzip
    Die Vorstellung, dass ein Neuron nur einen einzigen Neurotransmitter freisetzt.
  • Dehnungsreflex
    Ein Reflex, der als Reaktion auf eine Muskeldehnung zu einer Muskelkontraktion führt, vermittelt durch die monosynaptische Verbindung zwischen Gruppe-Ia-Axonen einer Muskelspindel und einem α-Motoneuron, das denselben Muskel innerviert.
  • Deklaratives Langzeitgedächtnis
    Gedächtnis für Fakten und Ereignisse.
  • Dendrit
    Ein Neurit, der auf die Aufnahme von synaptisch übertragenen Informationen durch andere Neuronen spezialisiert ist.
  • Dendritenbaum
    Alle Dendriten eines einzigen Neurons.
  • Dendritischer Dornfortsatz
    Eine kleine Aussackung der Membran, die aus den Dendriten einiger Zellen ragt und die synaptisch übertragene Informationen aufnimmt.
  • Dense-Core-Vesikel
    Siehe sekretorisches Vesikel.
  • Depolarisation
    Eine Veränderung des Membranpotenzials von dem Ruhewert (z. B. -65mV) auf einen weniger negativen Wert (z. B. 0mV).
  • Dermatom
    Eine Region auf der Haut, die durch die Hinterwurzel eines Rückenmarksegments innerviert wird.
  • Desoxyribonucleinsäure
    Siehe DNA.
  • Diacylglycerin (DAG)
    Ein Second-Messenger-Molekül, das durch die Aktivität der Phospholipase C aus dem Membranphospholipid Phosphatidylinositol-4,5-bisphosphat gebildet wird. DAG aktiviert das Enzym Proteinkinase C.
  • Diathese-Stress-Hypothese von Gemütserkrankungen
    Eine Hypothese, nach der Depressionen durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltstress verursacht werden.
  • Dickes Filament
    Ein Teil des Cytoskeletts einer Muskelzelle, der Myosin enthält, zwischen dünnen Filamenten liegt und an ihnen entlanggleitet und so zu einer Muskelkontraktion führt. Auch als Myosinfilament bezeichnet.
  • Diencephalon
    Siehe Zwischenhirn.
  • Diffuses modulatorisches System
    Eines von vielen Netzen aus ZNS-Neuronen, die weit und diffus in große Gebiete des Gehirns projizieren und modulatorische Neurotransmitter wie Dopamin, Noradrenalin, Serotonin und Acetylcholin verwenden.
  • Diffusion
    Die temperaturabhängige Bewegung von Molekülen von Regionen mit hoher Konzentration zu solchen mit niedriger Konzentration; resultiert in einer gleichmäßigeren Verteilung.
  • Dioptrie
    Eine Maßeinheit für die Brechungskraft des Auges; der Kehrwert der Brennweite.
  • Distaler Muskel
    Ein Muskel, der Hände, Füße oder Finger kontrolliert.
  • DNA (Desoxyribonucleinsäure)
    Ein doppelsträngiges Molekül, das aus vier Nucleotiden aufgebaut ist und die genetische Information einer Zelle enthält.
  • Dopa
    Eine chemische Vorstufe von Dopamin und anderen Catecholaminen.
  • Dopamin
    Ein Catecholamin-Neurotransmitter, der aus Dopa synthetisiert wird.
  • Dopaminhypothese der Schizophrenie
    Eine Hypothese, nach der Schizophrenie durch eine übermäßige Aktivierung von D2-Rezeptoren in dem mesocorticolimbischen Dopaminsystem des Gehirns verursacht wird.
  • Dorsal
    Anatomische Lagebezeichnung; Richtung Rücken oder Rückseite gelegen.
  • Dorsaler Cochleariskern
    Ein Kern in der Medulla, der Afferenzen vom Spiralganglion in der Hörschnecke des Innenohrs erhält.
  • Dritter Ventrikel
    Der mit Liquor gefüllt Raum im Zwischenhirn.
  • Dunkeladaptation
    Der Prozess, durch den die Netzhaut unter Schwachlicht empfindlicher für Licht wird.
  • Dunkelstrom
    Der Einstrom von Natriumionen in den Photorezeptor bei Dunkelheit.
  • Dünnes Filament
    Ein Teil des Cytoskeletts einer Muskelzelle, der Aktin enthält, mit den Z-Scheiben verbunden ist und an den dicken Filamenten entlanggleitet und so zu einer Muskelkontraktion führt. Auch als Aktinfilament bezeichnet.
  • Duplextheorie für die Lokalisierung einer Schallquelle
    Die Theorie, nach der die Lokalisierung einer Schallquelle über zwei Mechanismen abläuft: bei tiefen Frequenzen über die interaurale Laufzeitdifferenz und bei hohen Frequenzen über die interaurale Pegeldifferenz.
  • Dura mater
    Siehe harte Hirnhaut.
  • Dyslexie
    Probleme beim Lesenlernen trotz normaler Intelligenz und Übung.
  • EEG
    Siehe Elektroenzephalogramm.
  • Efferenz
    Ein Axon, das in einer Struktur entspringt und von dieser wegleitet. Siehe auch Afferenz.
  • Einfache Probleme des Bewusstseins
    Mit dem Bewusstsein in Zusammenhang stehende Phänomene, die sich mit wissenschaftlichen Methoden erforschen lassen. Im Gegensatz zu dem schweren Problem der neuronalen Grundlage des bewussten subjektiven Erlebens.
  • Einfache Zelle
    Ein Neuron der primären Sehrinde, das ein rezeptives Feld mit abgegrenzten ON- und OFF-Regionen besitzt.
  • Eingangsspezifität
    Eine Eigenschaft einiger Formen von synaptischer Plastizität, die bewirkt, dass nur die aktiven Synapsen an einem Neuron modifiziert werden.
  • Elektrische Leitfähigkeit
    Die relative Fähigkeit einer elektrischen Ladung, von einem Punkt zu einem anderen zu wandern, dargestellt durch das Symbol g und gemessen in Siemens (S). Die Leitfähigkeit ist der Kehrwert des Widerstands und steht mit der Stromstärke und der Spannung über das Ohm’sche Gesetz in Beziehung.
  • Elektrische Selbststimulation
    Elektrische Stimulation, die ein Tier willkürlich an einen Bereich des Gehirns weiterleiten kann.
  • Elektrische Synapse
    Eine Synapse, bei der elektrischer Strom direkt über gap junctions von einer Zelle zur nächsten fließt.
  • Elektrischer Widerstand
    Die relative Unfähigkeit einer elektrischen Ladung, von einem Punkt zu einem anderen zu wandern, dargestellt durch das Symbol R und gemessen in Ohm (Ω). Der Widerstand ist der Kehrwert der Leitfähigkeit und steht mit der Stromstärke und der Spannung über das Ohm’sche Gesetz in Beziehung.
  • Elektrisches Potenzial
    Die Kraft, die auf elektrisch geladene Partikel wirkt, dargestellt durch das Symbol V und gemessen in Volt (V); auch als Spannungs- oder Potenzialdifferenz bezeichnet.
  • Elektrochemische Triebkraft
    Die Differenz zwischen dem tatsächlich vorhandenen Membranpotenzial, Vm, und dem Gleichgewichtspotenzial der Ionen, EIon.
  • Elektroenzephalogramm (EEG)
    Die Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns über die Kopfhaut.
  • Elektrokrampftherapie (EKT)
    Die Behandlung einer schweren Depression, bei der Krämpfe elektrisch ausgelöst werden.
  • Elektromechanische Kopplung
    Der physiologische Prozess, bei dem die Erregung einer Muskelzelle zu ihrer Kontraktion führt.
  • Endocannabinoid
    Eine natürliche (endogene) chemische Substanz, die an Cannabinoid(CB)-Rezeptoren bindet und diese aktiviert.
  • Endocochleäres Potenzial
    Die Spannungsdifferenz zwischen der Endolymphe und der Perilymphe, ungefähr 80mV.
  • Endocytose
    Der Prozess, bei dem ein kleiner Bereich der Zellmembran abgeschnürt, aufgenommen und in ein intrazelluläres Vesikel umgewandelt wird. Siehe auch Exocytose.
  • Endogene Aufmerksamkeit
    Siehe Top-down-Aufmerksamkeit.
  • Endolymphe
    Die Flüssigkeit, die den Schneckengang in der Hörschnecke des Innenohrs füllt; besitzt eine hohe KC- und eine niedrige NaC-Konzentration.
  • Endorphin
    Eines von vielen endogenen opioiden Peptiden mit einer morphinähnlichen Wirkung; in vielen Hirnstrukturen, insbesondere in denen, die mit Schmerz verknüpft sind, vorhanden.
  • Engramm
    Die physische Repräsentation oder Lokalisierung einer Erinnerung; auch als Gedächtnisspur bezeichnet.
  • Ensemble-Code
    Die Repräsentation sensorischer, motorischer oder kognitiver Information durch Aktivität, die über eine große Zahl von Neuronen verteilt ist. Ein Beispiel ist Farbe, die durch die relative Aktivität von verschiedenen Zapfentypen der Netzhaut codiert wird.
  • Enterisches Nervensystem
    Ein Teil des vegetativen Nervensystems, der die Verdauungsorgane innerviert; enthält zwei Nervengeflechte, den Plexus myentericus und den Plexus submucosus.
  • Entorhinaler Cortex
    Eine cortikale Region im medialen Temporallappen, die die mediale Bank des Sulcus rhinalis besetzt; leitet Impulse an den Hippocampus.
  • Entzündung
    Eine natürliche Schutzreaktion von Geweben auf schädliche Reize. Zu den hauptsächlichen Anzeichen einer Entzündung der Haut gehören Erwärmung, Rötung, Schwellungen und Schmerzen.
  • Ependymzelle
    Ein Gliazelltyp, der die Ventrikel im Gehirn auskleidet.
  • Ephrin
    Ein Protein, das in vielen Bereichen des sich entwickelnden Nervensystems von Neuronen sekretiert wird und den Aufbau neuronaler Netze unterstützt.
  • Epilepsie
    Eine chronische Störung im Gehirn, die durch wiederholt auftretende Krämpfe gekennzeichnet ist.
  • EPSP
    Siehe exzitatorisches postsynaptisches Potenzial.
  • EPSP-Summation
    Eine einfache Form der synaptischen Integration, bei der exzitatorische postsynaptische Potenziale miteinander kombiniert werden, um eine stärkere postsynaptische Depolarisation zu erreichen.
  • Erregbare Membran
    Eine Membran, die Aktionspotenziale zu generieren vermag. Die Membran von Axonen und Muskelzellen ist erregbar.
  • Eustachische Röhre
    Eine luftgefüllte Röhre, die das Mittelohr mit den Nasenhöhlen verbindet.
  • Exocytose
    Der Prozess, bei dem Substanzen aus intrazellulären Vesikeln in den extrazellulären Raum freigesetzt werden, indem die Vesikel mit der Zellmembran fusionieren. Siehe auch Endocytose.
  • Exogene Aufmerksamkeit
    Siehe Bottom-up-Aufmerksamkeit.
  • Extension
    Die Bewegung, die ein Gelenk streckt.
  • Extensor
    Ein Muskel, der die Streckung eines Gelenks verursacht, wenn er kontrahiert.
  • Extrafusale Faser
    Eine Faser eines Skelettmuskels, die sich außerhalb der Muskelspindeln befindet und von α-Motoneuronen innerviert wird.
  • Extrazelluläre Matrix
    Das Netzwerk aus faserigen Proteinen, die in dem Raum zwischen den Zellen abgelagert sind.
  • Exzitatorisches postsynaptisches Potenzial (EPSP)
    Die Depolarisation des postsynaptischen Membranpotenzials durch die Wirkung eines an der Synapse freigesetzten Neurotransmitters.
  • Fallende Phase
    Der Teil eines Aktionspotenzials, der durch einen schnellen Abfall des Membranpotenzials vom positiven in den negativen Bereich gekennzeichnet ist.
  • Fasciculus longitudinalis dorsalis
    Siehe hinteres Längsbündel.
  • Fasciculus telencephalicus medialis
    Siehe mediales Vorderhirnbündel.
  • Faszikulierung
    Ein Prozess, bei dem sich zusammenwachsende Axone miteinander verbinden.
  • Flexion
    Die Bewegung, die ein Gelenk beugt.
  • Flexor
    Ein Muskel, der bei seiner Kontraktion die Beugung eines Gelenks verursacht.
  • Follikelstimulierendes Hormon (FSH)
    Ein Hormon, das vom Hypophysenvorderlappen sekretiert wird; es spielt eine Rolle beim Follikelwachstum in den Eierstöcken und der Spermienreifung in den Hoden.
  • Formatio reticularis
    Ein Bereich des Hirnstammes, der ventral zum cerebralen Aquädukt und dem vierten Ventrikel liegt; an vielen Funktionen einschließlich der Kontrolle der Körperhaltung und -bewegung beteiligt.
  • Fornix
    Ein Axonbündel, das in der Hippocampusformation entspringt, in einer Schleife um den Thalamus zieht und im Zwischenhirn endet.
  • Fovea (Sehgrube)
    Die Einsenkung der Netzhaut im Zentrum des gelben Flecks; beimMensch liegen in der Fovea ausschließlich Zapfen, und sie ist der Bereich des schärfsten Sehens.
  • Frequenz
    Die Anzahl von Schallwellen oder anderen diskreten Ereignissen pro Sekunde, angegeben in Hertz (Hz).
  • Frontalebene
    Eine anatomische Schnittebene parallel zur Stirn, die das Nervensystem in einen anterioren und einen posterioren Bereich unterteilt.
  • Frontales Augenfeld (frontal eye field, FEF)
    Ein Cortexareal im Frontallappen, das an der Generierung von sakkadischen Augenbewegungen beteiligt ist.
  • Frontallappen (Stirnlappen)
    Der Bereich des Großhirns, der anterior zum Sulcus centralis und unter dem Stirnbein liegt.
  • Frontoparietales Aufmerksamkeitsnetzwerk
    Auch frontoparietales Orientierungsnetzwerk. Eine Gruppe miteinander verknüpfter Hirnregionen, die an der Steuerung der visuellen Aufmerksamkeit beteiligt sind.
  • FSH
    Siehe follikelstimulierendes Hormon.
  • G-Protein
    Ein membrangebundenes Protein, das Guanosintriphosphat (GTP) bindet, wenn es durch einen Membranrezeptor aktiviert wird. Aktive G-Proteine stimulieren oder inhibieren andere membrangebundene Proteine.
  • G-Protein-gekoppelter Rezeptor
    Ein membranständiges Protein, das G-Proteine aktiviert, wenn es an Neurotransmitter gebunden hat.
  • GABA
    Siehe γ-Aminobuttersäure.
  • GABAerg
    Beschreibt Neuronen oder Synapsen, die γ-Aminobuttersäure produzieren und freisetzen.
  • Ganglienzelle
    Eine Zelle in der Netzhaut, die Eingang von den Bipolarzellen erhält und von der aus ein Axon in den Sehnerv zieht.
  • Ganglienzellschicht
    Eine Schicht der Netzhaut, die der Augenmitte am nächsten ist und Ganglienzellen enthält.
  • Ganglion
    Eine Ansammlung von Neuronen imperipheren Nervensystem. Plural: Ganglien.
  • Ganglion spinale
    Siehe Spinalganglion.
  • Gedächtnis
    Das Behalten von erlernten Informationen, Gewohnheiten und Fähigkeiten.
  • Gedächtniskonsolidierung
    Der Prozess der Speicherung von neuen Informationen in das Langzeitgedächtnis.
  • Gedächtnisspur
    Die neuronale Repräsentation einer Erinnerung, auch als Engramm bezeichnet.
  • Gegenfarbenzelle
    Eine Zelle des Sehsystems mit einer exzitatorischen Reaktion auf Licht einer Wellenlänge und einer inhibitorischen Reaktion auf Licht einer anderen Wellenlänge; die einander auslöschenden Farbpaare sind Rot-Grün und Blau-Gelb.
  • Gehirn
    Der Teil des zentralen Nervensystems, der in der Schädelhöhle liegt und sich aus dem Großhirn, dem Kleinhirn, dem Hirnstamm und der Netzhaut zusammensetzt.
  • Gehörgang
    Ein Gang, der von der Ohrmuschel zum Trommelfell führt; der Eingang zum Innenohr.
  • Gehörknöchelchen
    Einer von drei kleinen Knochen im Mittelohr.
  • Gelber Fleck
    Siehe Makula.
  • Gen
    DNA-Abschnitt, der für den Aufbau einer Zelle relevante Proteine codiert.
  • Generalisierter Anfall
    Pathologisch starke und synchrone neuronale Aktivität, die sich über die gesamte Hirnhälfte ausbreitet. Siehe auch partieller Anfall.
  • Genetisches Geschlecht
    Das ausschließlich auf den Genotyp beruhende Geschlecht eines Tieres oder Menschen.
  • Genexpression
    Der Prozess des Umschreibens der Information eines Gens in Messenger-RNA; ein Gen ist ein DNA-Segment, das die Information für ein einzelnes Protein enthält.
  • Genom
    Die Gesamtheit des genetischen Materials eines Organismus.
  • Genotyp
    Die genetische Ausstattung eines Organismus.
  • Gentechnik
    Die Manipulation des Genoms eines Organismus durch den Einbau oder die Deletion von DNA.
  • Geschlechtsdimorphismus
    Ein geschlechtsspezifischer Unterschied in Struktur oder Verhalten.
  • Geschlechtsidentität
    Die empfundene Weiblichkeit bzw. Männlichkeit einer Person.
  • Geschmackskern (Nucleus gustatorius)
    Ein Kern im Hirnstamm, der die primären Geschmacksinformationen zusammenführt.
  • Geschmacksknospe
    Ein Cluster von Zellen, einschließlich der Geschmacksrezeptorzellen, das in den Papillen der Zunge vorkommt.
  • Geschmacksrezeptorzelle
    Eine veränderte Epithelzelle, die Geschmacksreize überträgt.
  • Gesichtsfeld
    Der gesamte Raum, der von beiden Augen wahrgenommen wird, wenn sie einen Punkt fixieren.
  • Ghrelin
    Ein Peptid, das von Zellen im Magen sekretiert wird und den Appetit stimuliert, indem es orexigene Neuronen des Hypothalamus aktiviert.
  • Gitterzelle
    Neuron im entorhinalen Cortex, das zahlreiche Ortsfelder aufweist, die in einem sechseckigen Wabenmuster angeordnet sind.
  • Glaskörper
    Die gallertige Substanz, die das Auge zwischen Linse und Netzhaut ausfüllt.
  • Glatter Muskel
    Ein Muskeltyp, der im Verdauungstrakt, in Arterien und verwandten Strukturen vorkommt; er wird durch das vegetative Nervensystem innerviert und steht nicht unter willkürlicher Kontrolle.
  • Glattes endoplasmatisches Reticulum
    Ein membranumhülltes, zelluläres Organell, das heterogen ist und an verschiedenen Orten unterschiedliche Funktionen erfüllt. Auch als glattes ER bezeichnet.
  • Gleichgewichtspotenzial
    Die Differenz des elektrischen Potenzials, die den Konzentrationsgradienten der Ionen ausgleicht, dargestellt durch das Symbol EIon.
  • Gleichgewichtssystem
    Das Nervensystem, das den Sinn für Gleichgewicht und räumliche Orientierung abbildet und steuert. Auch als Vestibularsystem bezeichnet.
  • Gliazelle
    Eine Stützzelle des Nervensystems. Gliazellen werden in vier Kategorien eingeteilt: Astroglia, Oligodendroglia, Schwann-Zellen und Mikroglia. Astroglia regulieren die extrazelluläre Umgebung im Gehirn, Oligodendroglia und Schwann-Zellen bilden das Myelin und Mikroglia beseitigen Abfallprodukte.
  • Glomerulus
    Eine Ansammlung von Neuronen im Riechkolben, die Eingang von den olfaktorischen Rezeptorneuronen erhält.
  • Glucocorticoidrezeptor
    Ein Rezeptor, der durch Cortisol aktiviert wird, das von der Nebenniere freigesetzt wird.
  • Glutamat
    Eine Aminosäure; der im zentralen Nervensystem am häufigsten vorkommende exzitatorische Neurotransmitter.
  • Glutamaterg
    Beschreibt Neuronen oder Synapsen, die Glutamat produzieren und freisetzen.
  • Glutamathypothese der Schizophrenie
    Eine Hypothese, die besagt, dass Schizophrenie durch eine reduzierte Aktivierung von NMDA-Rezeptoren im Gehirn verursacht wird.
  • Glycin
    Eine Aminosäure; in manchen Regionen des zentralen Nervensystems ein inhibitorischer Neurotransmitter.
  • GnRH
    Siehe Gonadoliberin.
  • Goldman-Gleichung
    Eine mathematische Beziehung, die verwendet wird, um aus den Ionenkonzentrationen und der Membranpermeabilität für diese Ionen das Membranpotenzial zu berechnen.
  • Golgi-Apparat
    Ein Organell, das Proteine sortiert und chemisch modifiziert, welche für den Transport zu unterschiedlichen Bereichen der Zelle bestimmt sind.
  • Golgi-Färbung
    Eine Methode zum Anfärben von Gehirngewebe, die Neuronen und ihre Neuriten darstellt; bezeichnet nach ihrem Entdecker, dem italienischen Histologen Camillo Golgi (1843–1926).
  • Gonadoliberin (Gonadotropin-releasing-Hormon, GnRH)
    Ein hypophyseotropes Hormon, das durch den Hypothalamus sekretiert wird; reguliert die Freisetzung des luteinisierenden und des follikelstimulierenden Hormons aus dem Hypophysenvorderlappen.
  • Gonadotropine
    Hormone, die vom Hypophysenvorderlappen sekretiert werden und die Freisetzung von Androgenen und Östrogenen aus den Hoden bzw. Eierstöcken regulieren.
  • Graue Substanz
    Eine allgemeine Bezeichnung für eine Ansammlung von Nervenzellkörpern im zentralen Nervensystem. Wird ein frisch präpariertes Gehirn aufgeschnitten, erscheinen die Neuronen grau. Siehe auch weiße Substanz.
  • Großhirn (Telencephalon, Cerebrum)
    Eine Region des Gehirns, die sich vom Vorderhin ableitet. Strukturen des Großhirns sind die paarigen Großhirnhälften mit der Großhirnrinde, der weißen Substanz und den Basalganglien.
  • Großhirnrinde (Cortex)
    Die Schicht grauer Substanz, die direkt unter der Oberfläche des Großhirns liegt.
  • Grün fluoreszierendes Protein (GFP)
    Von einer Qualle produziertes Protein, das mittels gentechnischer Methoden in den Neuronen von Säugetieren exprimiert werden kann. Es sorgt dafür, dass die Neuronen bei Bestrahlung mit Licht der entsprechenden Wellenlänge leuchtend grün fluoreszieren.
  • Grundgefühle
    Siehe Basisemotionen.
  • Gyrus
    Eine Auswölbung, die zwischen den Furchen des Großhirns liegt. Plural: Gyri. Auch als Windung bezeichnet.
  • Gyrus dentatus
    Eine Schicht von Neuronen im Hippocampus, die Eingang aus dem entorhinalen Cortex erhält.
  • Haarzelle
    Eine Hörzelle, die Schall in ein verändertes Membranpotenzial umsetzt, oder eine vestibuläre Zelle, die Bewegungen des Kopfes in ein verändertes Membranpotenzial überträgt.
  • Habituation
    Eine Form des nichtassoziativen Lernens, die zu einer Abschwächung der Verhaltensreaktionen auf einen sich wiederholenden Reiz führt.
  • Halbes Gesichtsfeld
    Das Gesichtsfeld, das sich auf einer Seite des Fixierungspunktes befindet.
  • Hammer
    Ein Gehörknöchelchen im Mittelohr, das mit dem Trommelfell verbunden ist; hat die Form eines Hammers.
  • Harte Hirnhaut (Dura mater)
    Die äußerste der drei Hirnhäute, also der Membranen, die die Oberfläche des zentralen Nervensystems bedecken.
  • Hebb-Synapse
    Eine Synapse, die Hebb’sches Lernen zeigt.
  • Hebb’sches Lernen
    Die Effizienz einer Synapse erhöht sich, wenn prä- und postsynaptische Neuronen gleichzeitig aktiviert werden.
  • Helicotrema (Schneckenloch)
    Ein Loch an der Spitze der Hörschnecke im Innenohr, das die Paukentreppe mit der Vorhoftreppe verbindet.
  • Helladaptation
    Der Prozess, bei dem die Netzhaut in sehr hellem Licht weniger lichtempfindlich wird.
  • Hertz (Hz)
    Die Einheit, mit der die Schallfrequenz in Schwingungen pro Sekunde angegeben wird.
  • Herzmuskel (Myokard)
    Ein aus quergestreiften Muskelfasern aufgebauter Muskel, der ausschließlich im Herzen vorkommt; kontrahiert auch ohne Innervation rhythmisch.
  • Hinteres Längsbündel (Fasciculus longitudinalis dorsalis)
    Ein Axonbündel, das den Hypothalamus und das periaquäduktale Grau des Mittelhirns reziprok miteinander verschaltet.
  • Hinterhauptslappen
    Siehe Okzipitallappen.
  • Hinterhorn
    Der dorsale Bereich des Rückenmarks, der Zellkörper von Neuronen enthält.
  • Hinterstrangbahn
    Eine Bahn aus weißer Substanz auf der dorsalen Seite des Rückenmarks, die Berührungs- und propriozeptive Signale zum Hirnstamm leitet.
  • Hinterstrangkern
    Ein Kern eines Kernpaares, das in der posterioren Medulla liegt; Ziel des Hinterstrangs; vermittelt Informationen über Berührung und Propriozeption der Extremitäten und des Rumpfes.
  • Hinterwurzel
    Ein Bündel sensorischer Axone, das aus einem Spinalnerv austritt und auf der dorsalen Seite mit dem Rückenmark verbunden ist. Die Axone leiten Informationen an das Rückenmark weiter. Auch als hintere Spinalnervenwurzel bezeichnet. Siehe auch Vorderwurzel.
  • Hippocampus
    Eine Region der Hirnrinde, die in Nachbarschaft und medial zur Riechrinde liegt. BeimMenschen befindet sich der Hippocampus im Temporallappen und spielt vermutlich eine Rolle beim Lernen und bei der Gedächtnisbildung.
  • Hirnhälften
    Die beiden Hälften des Großhirns, die sich von den paarigen Vesikeln des Großhirns ableiten. Auch als Hemisphären bezeichnet.
  • Hirnhäute (Meningen)
    Drei Membranen, die die Oberfläche des zentralen Nervensystems bedecken: die harte Hirnhaut, die Spinnenhaut und die weiche Hirnhaut.
  • Hirnnerven
    Zwölf Nervenpaare, die auf jeder Seite des Hirnstammes entspringen, nummeriert von anterior nach posterior. Hirnnerv I ist genau genommen der Riechnerv, Hirnnerv II der Sehnerv, beide sind Teile des zentralen Nervensystems. Die Hirnnerven III–XII sind Teile des peripheren Nervensystems und haben eine Vielzahl von Funktionen.
  • Hirnstamm
    Das Mittelhirn (Mesencephalon), die Brücke (Pons) und das verlängerte Rückenmark (Medulla oblongata).
  • Histologie
    Die mikroskopische Untersuchung der Gewebestruktur.
  • Homöostase
    Die ausgeglichene Funktionsweise von physiologischen Prozessen und die Aufrechterhaltung des internen Milieus.
  • Hör-Gleichgewichtsnerv
    Hirnnerv VIII; besteht aus Axonen, die vom Spiralganglion zu den Hörkernen ziehen.
  • Horizontale Ebene
    Eine anatomische Schnittebene, die das Nervensystem in einen dorsalen und einen ventralen Bereich unterteilt.
  • Horizontalzelle
    Eine Zelle der Netzhaut des Auges, deren Neuriten lateral in die äußere plexiforme Schicht ziehen.
  • Hörnervenfaser
    Eine Ansammlung von Neuronen in der Schneckenspindel der Hörschnecke, die von den Haarzellen Eingang erhält und über den Hörnerv Informationen an den Cochleariskern in der Medulla überträgt.
  • Hornhaut (Cornea)
    Die transparente äußere Oberfläche des Auges.
  • Hörschnecke (Cochlea)
    Eine spiralige, knöcherne Struktur im Innenohr, die Haarzellen enthält, welche Schall in Nervenimpulse umwandeln.
  • Hyperalgesie
    Eine reduzierte Reizschwelle für das Schmerzempfinden, eine verstärkte Reaktion auf schmerzhafte Reize oder das Auftreten von spontanen Schmerzen nach einer lokalen Verletzung.
  • Hypophyseotropes Hormon
    Ein Peptidhormon wie das Corticoliberin, das von parvozellulären, neurosekretorischen Zellen des Hypothalamus in das Blut abgegeben wird; stimuliert oder inhibiert die Sekretion von Hormonen aus dem Hypophysenvorderlappen.
  • Hypothalamisch-hypophysärer Pfortaderkreislauf
    Ein System aus Blutgefäßen, das hypophyseotrope Hormone vom Hypothalamus zum Hypophysenvorderlappen transportiert.
  • Hypothalamisches Syndrom
    Anorexie, die assoziiert ist mit Schädigungen in der lateralen hypothalamischen Region.
  • Hypothalamus
    Der ventrale Bereich des Zwischenhirns, beteiligt an der Kontrolle des vegetativen Nervensystems und der Hypophyse.
  • Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-System
    Ein System aus ZNS-Neuronen und endokrinen Zellen, das die Freisetzung von Cortisol aus der Nebenniere reguliert. Die Dysfunktion dieses Systems kann Angststörungen und affektive Störungen zur Folge haben.
  • Hypothese des molekularen Schalters
    Die Vorstellung, dass Proteinkinasen durch Autophosphorylierung angeschaltet und in einen Zustand versetzt werden können, in dem das Vorhandensein eines spezifischen Second Messengers für ihre Aktivität nicht notwendig ist. Solche dauerhaft aktiven Kinasen könnten eine Art Erinnerung an eine Phase einer starken synaptischen Aktivierung darstellen. Die Hypothese wurde ursprünglich von John Lisman (Brandeis University) aufgestellt.
  • Hypovolämischer Durst
    Der Antrieb, Wasser zu trinken, als Ergebnis einer Abnahme des Blutvolumens.
  • Immuncytochemie
    Eine Methode, bei der Antikörper eingesetzt werden, um Moleküle in Zellen zu lokalisieren.
  • Induzierte pluripotente Stammzellen
    Von adulten Zellen eines Menschen gewonnene, chemisch umgewandelte Stammzellen mit dem Potenzial, sich zu jeglichem anderen Zelltyp einschließlich Nervenzellen zu differenzieren.
  • Inhibitor
    Ein Wirkstoff (oder ein Toxin), der die normale Wirkung eines Proteins oder einen biochemischen Prozess blockiert.
  • Inhibitorisches postsynaptisches Potenzial (IPSP)
    Die Veränderung des postsynaptischen Membranpotenzials durch die Wirkung eines an der Synapse freigesetzten Neurotransmitters. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit verringert, mit der im postsynaptischen Neuron ein Aktionspotenzial ausgelöst wird.
  • Initiationszone
    Eine Region in der neuronalen Membran, in der Aktionpotenziale normalerweise zuerst erzeugt werden und die durch eine hohe Dichte von spannungsabhängigen Natriumkanälen charakterisiert ist.
  • Innenohr
    Umfasst die Hörschnecke, die Teil des Hörsystems ist, und das Labyrinth, das Teil des Vestibularsystems ist.
  • Innere Haarzelle
    Eine Hörzelle, die zwischen der Schneckenspindel und den Pfeilerzellen des Corti-Organs liegt; wandelt den Schall in elektrochemische Signale um.
  • Innere Körnerschicht
    Eine Schicht der Netzhaut im Auge, die Zellkörper von Bipolarzellen, Horizontalzellen und Amakrinzellen enthält.
  • Innere plexiforme Schicht
    Eine Schicht der Netzhaut im Auge, die zwischen der Ganglienzellschicht und der inneren Körnerschicht liegt; enthält Neuriten und Synapsen zwischen Bipolar-, Amakrin- und Ganglienzellen.
  • Innervation
    Die Versorgung einer oder mehrerer Zellen mit synaptischen Eingängen.
  • Inositol-1,4,5-trisphosphat (IP3)
    Ein Second Messenger, der durch die Aktivität der Phospholipase C aus dem Membranphospholipid Phosphatidylinositol-4,5-bisphosphat entsteht. IP3 bewirkt die Freisetzung von Ca2+ aus den intrazellulären Speichern.
  • Insula
    Als Inselrinde bezeichneter Teil der Großhirnrinde innerhalb des Sulcus lateralis zwischen dem Temporal- und dem Parietallappen.
  • Insulin
    Ein Hormon, das von den β-Zellen der Bauchspeicheldrüse freigesetzt wird; reguliert den Blutglucosespiegel, indem es die Expression von Glucosetransportern in der Plasmamembran nichtneuronaler Zellen kontrolliert.
  • Intensität
    Die Amplitude einer Schallwelle. Die Schallintensität ist die Amplitude der Druckunterschiede einer Schallwelle, die die wahrgenommene Lautstärke bestimmt.
  • Interneuron
    Jedes Neuron, das kein sensorisches oder motorisches Neuron ist; beschreibt auch ein Neuron des zentralen Nervensystems, dessen Axon die Struktur, in der es liegt, nicht verlässt.
  • Interstitieller Nucleus des anterioren Hypothalamus (INAH)
    Vier neuronale Cluster im präoptischen Areal des vorderen Hypothalamus des Menschen, von denen einige geschlechtsabhängig dimorph sein können.
  • Intrafusale Faser
    Eine Faser eines Skelettmuskels, die sich innerhalb der Muskelspindel befindet und von γ-Motoneuronen innerviert wird.
  • Intrinsisch photosensitive retinale Ganglienzellen
    Lichtempfindliche Neuronen in der Ganglienzellschicht der Netzhaut, die mittels des Photopigments Melanopsin Information über Helligkeit weiterleiten.
  • Ion
    Ein Atom oder Molekül, das aufgrund der Differenz zwischen der Zahl von Protonen und Elektronen eine elektrische Nettoladung besitzt.
  • Ionenkanal
    Ein membrandurchspannendes Protein, das eine Pore bildet, die einen Durchtritt von Ionen durch die Membran erlaubt.
  • Ionenpumpe
    Ein Protein, das Ionen unter Einsatz von Stoffwechselenergie durch eine Membran transportiert.
  • Ionenselektivität
    Die Eigenschaft von Ionenkanälen, die selektiv durchlässig sind und einige Ionen passieren lassen und andere nicht.
  • Ionisches Gleichgewichtspotenzial
    Siehe Gleichgewichtspotenzial.
  • IP3
    Siehe Inositol-1,4,5-trisphosphat.
  • Ipsilateral
    Anatomische Lagebezeichnung; auf derselben Seite der Mittellinie gelegen.
  • IPSP
    Siehe inhibitorisches postsynaptisches Potenzial.
  • Iris
    Der ringförmige pigmentierteMuskel, der im Auge die Größe der Pupille kontrolliert.
  • James-Lange-Theorie
    Eine Theorie, nach der Emotionen die Folge von physiologischen Veränderungen im Körper sind.
  • Kainatrezeptor
    Ein Subtyp des Glutamatrezeptors; ein glutamatabhängiger Ionenkanal, der für Na+ und K+ durchlässig ist.
  • Kammerwasser
    Im Auge die Flüssigkeit zwischen Hornhaut und Iris bzw. Iris und Glaskörper.
  • Kanalerkrankung
    Eine genetische Erkrankung des Menschen, verursacht durch die veränderte Struktur und Funktion von Ionenkanälen.
  • Kapsel
    Ein Bündel von Axonen, das das Großhirn mit dem Hirnstamm verbindet.
  • Katabolismus
    Der Abbau von komplexen Nährstoffmolekülen in einfachere Moleküle; auch als kataboler Stoffwechsel bezeichnet. Siehe auch Anabolismus.
  • Kation
    Ein positiv geladenes Ion. Siehe auch Anion.
  • Kern (Nucleus)
    (1) Das nahezu kugelförmige Organell in einer Körperzelle, das die Chromosomen enthält. (2) Eine klar abgegrenzte Ansammlung von Neuronen, in der Regel tief im Gehirn gelegen.
  • Klassische Konditionierung
    Ein Lernprozess, bei dem ein unkonditionierter Reiz, der eine messbare Reaktion hervorruft, mit einem ursprünglich neutralen konditionierten Reiz, der diese Reaktion normalerweise nicht auslöst, gekoppelt präsentiert wird. Diese Art des Lernens bewirkt, dass der konditionierte Reiz eine konditionierte Reaktion hervorruft, die der Reaktion auf den unkonditionierten Reiz ähnelt.
  • Kleinhirn (Cerebellum)
    Eine Struktur, die sich vom Rautenhirn ableitet und an der Brücke mit dem Hirnstamm verbunden ist; ein wichtiges Zentrum für die Kontrolle von Bewegungen.
  • Kleinhirnhälften
    Die seitlich vorgewölbten Bereiche des Kleinhirns. Auch als Kleinhirnhemisphären bezeichnet.
  • Kleinhirnrinde (Cortex cerebelli)
    Eine Schicht grauer Substanz, die direkt unter der pialen Oberfläche des Kleinhirns liegt.
  • Kletterfaser
    Ein Axon eines Neurons der unteren Olive, das eine Purkinje-Zelle des Kleinhirns innerviert. Die Aktivität von Kletterfasern ist von Bedeutung für das Auslösen einer Langzeitdepression (LTD), einer Form von synaptischer Plastizität, von der man annimmt, dass sie wichtig für das Erlernen von Bewegungen ist.
  • Klüver-Bucy-Syndrom
    Eine Reihe von Symptomen, die beim Menschen und Affen durch eine bilaterale Temporallappenläsion verursacht werden. Zu den Symptomen gehören ein vermindertes Angst- und Aggressionsempfinden (abgeflachte Emotionen), die Neigung, Objekte durch orale Untersuchung zu erkunden, statt sie anzusehen, und ein verändertes Sexualverhalten.
  • Knock-in-Mäuse
    Mäuse, bei denen ein Gen gentechnisch durch ein anderes Gen ersetzt wurde, welches eine andere Funktion erfüllt.
  • Knock-out-Mäuse
    Mäuse, bei denen ein bestimmtes Gen gentechnisch stillgelegt oder deletiert wurde.
  • Kognitive Karte
    Siehe Theorie der kognitiven Karten.
  • Kommissur
    Ein Bündel von Axonen, das eine Hirnhälfte mit der anderen verbindet.
  • Komplexe Zelle
    Ein Typ eines visuellen cortikalen Neurons, das ein richtungsselektives rezeptives Feld ohne abgegrenzte ON- und OFF-Subfelder besitzt.
  • Koniozelluläre CGL-Schicht
    Eine Schicht des Corpus geniculatum laterale, die aus sehr kleinen Zellen besteht und jeweils ventral zu jeder magnozellulären und parvozellulären Schicht liegt.
  • Konnektom
    Diagramm der Verschaltungen von Hirnarealen über Faserbahnen.
  • Kontralateral
    Anatomische Lagebezeichnung; auf der entgegengesetzten Seite der Mittellinie; gegenüberliegend.
  • Konzentrationsgradient
    Ein Konzentrationsunterschied zwischen zwei verschiedenen Bereichen. Konzentrationsgradienten von Ionen über die Nervenmembran sind am Aufbau des Membranpotenzials beteiligt.
  • Kooperativität
    Die Eigenschaft einer Langzeitpotenzierung, die widerspiegelt, dass während eines Tetanus viele Eingänge gleichzeitig aktiv sein müssen, damit eine LTP ausgelöst werden kann. Siehe auch Langzeitpotenzierung.
  • Körnerzelle des Kleinhirns
    Ein Neuron in der Kleinhirnrinde, das Eingang von Moosfasern erhält und aus den Parallelfasern entsteht, die wiederum Purkinje-Zellen innervieren. Man nimmt an, dass die Plastizität der Synapsen zwischen Körnerzellen und Purkinje-Zellen für das motorische Lernen von Bedeutung ist.
  • Korsakow-Syndrom
    Ein neurologisches Syndrom, das die Folge von chronischem Alkoholismus ist und durch Verwirrtheitszustände, Konfabulationen, Apathie und Amnesie gekennzeichnet ist.
  • Kritische Periode
    Ein begrenzter Zeitraum, in dem bestimmte Gehirnregionen während ihrer Entwicklung für eine Veränderung der äußeren Umgebung empfindlich sind.
  • Kurzzeitgedächtnis
    Das Behalten von Informationen über zurückliegende Ereignisse oder Fakten, die noch nicht in das Langzeitgedächtnis überführt sind.
  • Langsame motorische Einheit
    Eine motorische Einheit mit einem kleinen α-Motoneuron, das langsam kontrahierende und nur langsam ermüdende rote Muskelfasern innerviert.
  • Längskonstante
    Ein Parameter, der beschreibt, wie weit sich Veränderungen des Membranpotenzials passiv entlang eines Neuriten, also eines Axons oder eines Dendriten, ausbreiten können, dargestellt durch das Symbol λ. Die Längskonstante λ ist die Entfernung, bei der die Depolarisation auf 37% ihres Ursprungswertes abgenommen hat; sie hängt von dem Quotienten aus Membranwiderstand (rm) und Längswiderstand (ri) ab.
  • Längswiderstand
    DerWiderstand für den elektrischen Strom, der durch ein Kabel oder einen Neuriten fließt, dargestellt durch das Symbol ri.
  • Langzeitdepression (long-term depression, LTD)
    Eine lange andauernde Abnahme der Effizienz der synaptischen Signalübertragung als Folge von bestimmten Formen der konditionierenden Stimulierung.
  • Langzeitgedächtnis
    Die relativ lange anhaltende Speicherung von Informationen, ohne dass eine ständige Wiederholung notwendig ist.
  • Langzeitpotenzierung (long-term potentiation, LTP)
    Eine lange andauernde Zunahme der Effizienz der synaptischen Signalübertragung als Folge von bestimmten Formen der konditionierenden Stimulierung.
  • Lateral
    Anatomische Lagebezeichnung; von der Mittellinie weg gelegen oder seitlich.
  • Lateral-intraparietaler Cortex (Areal LIP)
    Ein Cortexareal, das im intraparietalen Sulcus verborgen und an der Steuerung der Augenbewegungen beteiligt ist; die Reaktionen von LIP-Neuronen weisen darauf hin, dass sie am Arbeitsgedächtnis beteiligt sind.
  • Laterale absteigende Bahnen
    Axone der lateralen Säule des Rückenmarks, die an der Kontrolle von willkürlichen Bewegungen der distalen Muskulatur beteiligt sind und unter direkter cortikaler Kontrolle stehen.
  • Laterale hypothalamische Region
    Eine ungenau abgegrenzte Region des Hypothalamus, die an der Motivation für Verhalten beteiligt ist.
  • Lederhaut (Sklera)
    Die harte äußere Wand um den Augapfel; die weiße Augenhaut.
  • Leitfähigkeit
    Siehe elektrische Leitfähigkeit.
  • Leitsignale
    DiffusionsfähigeMoleküle, die Richtung und Umfang desWachstums von Neuronen bestimmen. Leitsignale können auf Neuronen anziehend oder abstoßend wirken; so bewirkt z. B. das Protein Netrin im Rückenmark eine Chemoattraktion, das Protein Slit dagegen eine Chemorepulsion von Wachstumskegeln, welche die entsprechenden Rezeptoren aufweisen.
  • Leitungsaphasie
    Eine Form von Aphasie, die mit der Schädigung des Fasciculus arcuatus assoziiert und durch ein gutes Wortverständnis und Sprachproduktion, aber eine beeinträchtigte Fähigkeit zum Nachsprechen gekennzeichnet ist.
  • Lemniscus (Schleifenbahn)
    Eine Bahn, die sich wie ein Band durch das Gehirn windet.
  • Lemniscus medialis (mittlere Schleifenbahn)
    Ein Band aus weißer Substanz, das zum somatosensorischen System gehört und Axone enthält, die von den Kernen des Hinterstrangs zum Thalamus ziehen.
  • Leptin
    Ein Proteinhormon, das von Fettzellen freigesetzt wird und mit Neuronen des Nucleus arcuatus im Hypothalamus in Wechselwirkung tritt.
  • Lernen
    Das Aneignen von neuen Informationen, Wissen und Fähigkeiten.
  • Ligandenbindungsverfahren
    Eine Methode, die radioaktiv markierte Liganden von Rezeptoren (Agonisten oder Antagonisten) einsetzt, um Rezeptoren von Neurotransmittern zu lokalisieren.
  • Ligandengesteuerter Ionenkanal
    Ein Membranprotein, das eine Pore ausbildet, die durchlässig ist für Ionen und durch Neurotransmitter reguliert wird.
  • Limbisches System
    Eine Gruppe von Strukturen, einschließlich des Lobus limbicus und des Papez-Kreises, die anatomisch miteinander verbunden und vermutlich an der Verarbeitung von Emotionen, am Lernen und an der Gedächtnisbildung beteiligt sind.
  • Linse
    Die transparente Struktur, die sich zwischen Kammerwasser und Glaskörper befindet und die es dem Auge ermöglicht, auf unterschiedliche Entfernungen zu fokussieren.
  • Lipostatische Hypothese
    Eine Hypothese, nach der der Körperfettgehalt homöostatisch auf einem spezifischen Niveau gehalten wird.
  • Liquor cerebrospinalis
    Die Flüssigkeit, die im zentralen Nervensystem durch den Plexus choroideus produziert wird und durch das Ventrikelsystem in den Subarachnoidalraum fließt. Auch als Cerebrospinalflüssigkeit bezeichnet.
  • Lithium
    Ein Element, das in Lösung als einwertiges Kation vorliegt und mit dem bipolare affektive Störungen wirksam behandelt werden können.
  • Lobus limbicus
    Die Regionen des Hippocampus und des Cortex, die in Säugetieren den Hirnstamm umgeben und von Broca zu einem abgegrenzten System zusammengefasst wurden.
  • Locus
    Eine kleine, abgegrenzte Gruppe von Zellen. Plural: Loci.
  • Locus coeruleus
    Ein kleiner Kern, der bilateral in der Brücke lokalisiert ist; seine Neuronen ziehen in viele Bereiche des zentralen Nervensystems, der verwendete Neurotransmitter ist Noradrenalin.
  • LTD
    Siehe Langzeitdepression.
  • LTP
    Siehe Langzeitpotenzierung.
  • Luteinisierendes Hormon (LH)
    Ein Hormon, das von dem Hypophysenvorderlappen sekretiert wird; zu seinen vielen Funktionen gehört die Stimulierung der Testosteronproduktion bei männlichen Individuen und die Förderung der Follikelentwicklung und des Eisprungs bei weiblichen Individuen.
  • M-Typ-Ganglienzelle
    Ein Typ von Ganglienzellen in der Netzhaut, der durch einen großen Zellkörper und einen Dendritenbaum, eine transiente Reaktion auf Licht und eine fehlende Empfindlichkeit für unterschiedliche Wellenlängen gekennzeichnet ist; auch als M-Zelle bezeichnet.
  • M1
    Primärer Motorcortex, Areal 4. Auch als primäre motorische Rinde bezeichnet.
  • Magnetenzephalografie
    Methode zur Messung der vom Gehirn erzeugten elektrischen Aktivität. Aufgezeichnet wird diese durch Erfassung der damit assoziierten Magnetfeldschwankungen mit Sensoren rund um den Kopf.
  • Magnozelluläre CGL-Schicht
    Eine Schicht des Corpus geniculatum laterale, die Eingänge von M-Typ-Ganglienzellen der Netzhaut erhält.
  • Magnozelluläre neurosekretorische Zelle
    Ein großes Neuron des periventrikulären und supraoptischen Kerns des Hypothalamus, das in den Hypophysenhinterlappen zieht und Oxytocin bzw. Adiuretin in das Blut sezerniert.
  • Magnozellulärer Pfad
    Eine Bahn für die Verarbeitung visueller Information, die in den M-Typ-Ganglienzellen der Netzhaut beginnt und in die Schicht IVB der primären Sehrinde reicht; vermutlich an der Verarbeitung von Informationen der Objektbewegung und der motorischen Aktivitäten beteiligt.
  • Makula (gelber Fleck)
    (1) Im Auge der gelbliche Fleck in derMitte der Netzhaut, mit relativ wenigen großen Blutgefäßen; enthält die Fovea. (2) Im Ohr ein sensorisches Epithel im Otolithenapparat, dessen Haarzellen die Neigung des Kopfes und die Beschleunigung übertragen.
  • Manie
    Eine überhöhte gereizte Stimmung, die für eine bipolare Störung charakteristisch ist.
  • Marr-Albus-Theorie des motorischen Lernens
    Eine Theorie, die besagt, dass Synapsen zwischen Parallelfasern und Purkinje-Zellen modifiziert werden, wenn ihre Aktivität zeitlich mit der der Kletterfaser zusammentrifft.
  • Mechanorezeptor
    Jede sensorische Rezeptorzelle, die selektiv für einen mechanischen Reiz ist, wie die Haarzellen im Innenohr, verschiedene Rezeptoren in der Haut und Dehnungsrezeptoren des Skelettmuskels.
  • Medial
    Anatomische Lagebezeichnung; Richtung Mittellinie gelegen.
  • Mediales Vorderhirnbündel (Fasciculus telencephalicus medialis)
    Ein großes Axonbündel, das durch den Hypothalamus zieht und sowohl Efferenzen von dopaminergen, noradrenergen und serotonergen Neuronen zum Hirnstamm leitet, als auch Fasern enthält, die den Hypothalamus, limbische Strukturen und Regionen der Mittelhirnhaube miteinander verbinden.
  • Mediansagittalebene
    Eine anatomische Schnittebene durch die Mittellinie, die senkrecht zum Boden verläuft. Ein Schnitt durch die Mediansagittalebene teilt das Nervensystem in eine rechte und eine linke Hälfte.
  • Medulla oblongata
    Der Teil des Rautenhirns, der caudal zur Brücke und zum Kleinhirn liegt. Auch als Medulla bezeichnet.
  • Medulla spinalis
    Rückenmark.
  • Medullärer Reticulospinaltrakt
    Eine Bahn, die in der Formatio reticularis der Medulla entspringt und im Rückenmark endet; beteiligt an der Bewegungskontrolle.
  • Membranpotenzial
    Die Spannung über einer Zellmembran; dargestellt durch das Symbol Vm.
  • Membranwiderstand
    Der Widerstand für das Fließen von elektrischem Strom über eine Membran; dargestellt durch das Symbol rm.
  • Meningen
    Siehe Hirnhäute.
  • Menstruationszyklus
    Bei Primaten der weibliche Reproduktionszyklus.
  • Mesencephalon
    Siehe Mittelhirn.
  • Metabotroper Rezeptor
    Ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor, dessen hauptsächliche Funktion darin besteht, eine intrazelluläre biochemische Reaktion zu stimulieren.
  • Metaplastizität
    Aktivitätsabhängige Modifikation der Regeln der synaptischen Plastizität.
  • Mikroelektrode
    Eine Sonde, die verwendet wird, um die elektrische Aktivität von Zellen zu messen. Mikroelektroden besitzen eine sehr feine Spitze und können aus Drähten aus geätztem Metall oder Glaspipetten hergestellt werden, die mit einer elektrisch leitenden Flüssigkeit gefüllt sind.
  • Mikrofilament
    Ein Polymer des Proteins Aktin, das einen gewundenen Strang mit einem Durchmesser von 5 nm bildet; ein Bestandteil des Cytoskeletts.
  • Mikrogliazelle
    Ein Zelltyp, der im Nervensystem eine den Phagocyten ähnliche Funktion besitzt und Reste von toten oder sterbenden Neuronen oder Gliazellen entfernt.
  • Mikroionophorese
    Ein Verfahren zur Verabreichung kleiner Mengen von Medikamenten und Neurotransmittern in Zellen.
  • Mikrotubulus
    Ein Polymer aus dem Protein Tubulin, das eine gerade und hohle Röhre mit einem Durchmesser von 20nm bildet. Mikrotubuli sind Bestandteil des Cytoskeletts und spielen eine wichtige Rolle beim axoplasmatischen Transport.
  • Mitochondrium
    Ein Organell, das für die Zellatmung verantwortlich ist. Mitochondrien produzieren Adenosintriphosphat und nutzen die Energie, die durch die Oxidation der Nahrung entsteht.
  • Mittelhirn (Mesencephalon)
    Die Region des Gehirns, die sich von dem embryonalen, medial gelegenen primären Gehirnbläschen ableitet. Zu den Strukturen desMittelhirns gehören das Mittelhirndach und die Mittelhirnhaube.
  • Mittelhirndach (Tectum mesencephali)
    Der Teil des Mittelhirns, der dorsal zum cerebralen Aquädukt liegt.
  • Mittelhirnhaube (Tegmentum mesencephali)
    Der Teil des Mittelhirns, der ventral zum cerebralen Aquädukt liegt.
  • Mittellinie
    Eine unsichtbare Linie, die das Nervensystem in eine rechte und eine linke Hälfte teilt.
  • Mittelohr
    Das Trommelfell und die Gehörknöchelchen.
  • Mittlere Schleifenbahn
    Siehe Lemniscus medialis.
  • Modulation
    Beschreibt die Wirkung von Neurotransmittern, die nicht unmittelbar ein postsynaptisches Potenzial auslösen. Stattdessen verändern sie eine zelluläre Reaktion auf exzitatorische und inhibitorische postsynaptische Potenziale, die durch andere Synapsen generiert werden.
  • Molekulare Medizin
    Der Ansatz, genetische Informationen für die Entwicklung medizinischer Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten zu nutzen.
  • Monoaminhypothese der Gemütserkrankungen
    Eine Hypothese, nach der eine Depression die Folge einer reduzierten Konzentration von monoaminen Neurotransmittern, insbesondere Serotonin und Noradrenalin, ist.
  • Monogamie
    Paarungsverhalten, bei dem zwei Individuen eine feste Beziehung eingehen und bei dem die Paarung ausschließlich oder nahezu ausschließlich mit dem Partner stattfindet.
  • Monokuläre Deprivation
    Eine experimentelle Manipulation, die ein Auge am normalen Sehen hindert.
  • Moosfaser
    Ein Axon eines Neurons aus der Brücke, das Körnerzellen des Kleinhirns innerviert. Die Bezeichnung wird auch verwendet, um Axone von Körnerzellen des Gyrus dentatus zu beschreiben, die die CA3-Region des Hippocampus innervieren.
  • Morris-Wasserlabyrinth
    Eine Aufgabe, die eingesetzt wird, um das räumliche Gedächtnis zu prüfen und bei der ein Nager in einemWasserbecken zu einer unter derWasseroberfläche verborgenen Plattform schwimmen muss.
  • Motiviertes Verhalten
    Verhalten, das in Gang gesetzt wird, um ein Ziel zu erreichen.
  • Motoneuron
    Ein Neuron, das Synapsen mit einem Muskel bildet und das Muskelkontraktionen verursacht.
  • Motoneuronenpool
    Alle α-Motoneuronen, die die Fasern eines einzigen Skelettmuskels innervieren.
  • Motorcortex
    Cortexareale 4 und 6, die direkt an der Kontrolle von willkürlichen Bewegungen beteiligt sind. Auch als motorische Rinde oder motorischer Cortex bezeichnet.
  • Motorische Endplatte
    Die chemische Synapse am Übergang zwischen Neuron und Muskel. Auch als neuromuskuläre Endplatte bezeichnet.
  • Motorisches System
    Sämtliche Skelettmuskeln und die Bestandteile des Zentralnervensystems, die diese steuern.
  • mRNA
    Siehe Messenger-RNA.
  • Multipolares Neuron
    Ein Neuron mit drei oder mehr Neuriten.
  • Muscarinischer Acetylcholinrezeptor
    Ein Subtyp der Acetylcholinrezeptoren, der G-Protein-gekoppelt ist.
  • Muskelfaser
    Eine vielkernige Skelettmuskelzelle.
  • Muskelspindel
    Eine spezialisierte Struktur innerhalb des Skelettmuskels, die die Muskellänge wahrnimmt; liefert über Gruppe-Ia-Axone sensorische Informationen an Neuronen des Rückenmarks; auch als Dehnungsrezeptor bezeichnet.
  • Myelin
    Eine membranöse Hülle oder Scheide um Axone, die im zentralen Nervensystem durch Oligodendroglia und im peripheren Nervensystem durch Schwann-Zellen gebildet wird.
  • Myofibrille
    Eine zylindrische Struktur innerhalb der Skelettmuskelfaser, die als Reaktion auf ein Aktionspotenzial kontrahiert.
  • Myosin
    In allen Zellen ein Protein des Cytoskeletts und das in dicken Filamenten der Skelettmuskelfasern hauptsächlich vorkommende Protein; verursacht die Muskelkontraktion durch chemische Wechselwirkung mit Aktin.
  • Nachhyperpolarisation
    Die Hyperpolarisation, die der starken Depolarisation der Membran folgt; die letzte Phase eines Aktionspotenzials, in der das Aktionspotenzial negativer ist als das Ruhepotenzial; auch als undershoot bezeichnet.
  • Natrium-Kalium-Pumpe
    Eine Ionenpumpe, die unter Einsatz von Adenosintriphosphat als Energiequelle Na+ aus der Zelle entfernt und K+ intrazellulär anreichert.
  • Nebennierenmark
    Das innere Segment der Nebenniere, innerviert durch präganglionäre sympathische Nervenfasern; setzt Adrenalin frei. Auch als adrenale Medulla bezeichnet.
  • Nebennierenrinde
    Das äußere Segment der Nebenniere; setzt bei Stimulation durch das hypophysäre adrenocorticotrope Hormon Cortisol frei. Auch als adrenaler Cortex bezeichnet.
  • Neglekt-Syndrom
    Eine neurologische Störung, bei der ein Teil des Körpers oder ein Teil des Gesichtsfeldes vernachlässigt oder unterdrückt wird; am häufigsten assoziiert mit einer Schädigung der parietalen Regionen des Gehirns.
  • Neocortex
    Teil der Großhirnrinde, der aus sechs oder mehr Schichten von Neuronen besteht und nur bei Säugetieren vorkommt.
  • Nernst-Gleichung
    Eine mathematische Beziehung, mit der das Gleichgewichtspotenzial von Ionen errechnet wird.
  • Nerv
    Ein Axonbündel im peripheren Nervensystem.
  • Nervenwachstumsfaktor (nerve growth factor, NGF)
    Ein Neurotrophin, das für den Fortbestand von Zellen des sympathischen Anteils des vegetativen Nervensystems notwendig ist; auch wichtig für die Entwicklung des zentralen Nervensystems.
  • Nervenzellmembran
    Die etwa 5 nm dicke Begrenzung, die das Innere einer Nervenzelle von der äußeren Umgebung trennt; besteht aus einer Phospholipiddoppelschicht mit darin eingebetteten Proteinen; umschließt intrazelluläre Organellen und Vesikel.
  • Netrin
    Ein Leitmolekül; ein Protein, das durch Zellen an spezifischen Stellen des sich entwickelnden ZNS sezerniert wird; es wirkt auf Axone, abhängig vom Netrinrezeptortyp, der im wachsenden Axon exprimiert wird, entweder anlockend oder abstoßend.
  • Netzhaut (Retina)
    Eine dünne Zellschicht am Augenhintergrund, die Lichtenergie in neuronale Aktivität umwandelt.
  • Neuralleiste
    Das primitive embryonale periphere Nervensystem, das aus dem neuralen Ektoderm besteht und das sich bei der Bildung des Neuralrohrs seitlich abschnürt.
  • Neuralrohr
    Das primitive embryonale zentrale Nervensystem, das aus einem Rohr aus neuralem Ektoderm besteht.
  • Neurit
    Ein dünner Fortsatz, der von einem neuronalen Zellkörper ausgeht; es existieren zwei Formen: Axone und Dendriten.
  • Neuroblast
    Ein unreifes Neuron vor der Zelldifferenzierung.
  • Neurofilament
    Ein Typ von Intermediärfilamenten, die in Neuronen vorkommen und einen Durchmesser von 10nm besitzen; ein wichtiger Bestandteil des neuronalen Cytoskeletts.
  • Neurohormon
    Ein Hormon, das von Neuronen in den Blutstrom freigesetzt wird.
  • Neuroleptikum
    Ein antipsychotischer Wirkstoff, der für die Behandlung von Schizophrenie eingesetzt wird und Dopaminrezeptoren blockiert; Beispiele sind Chlorpromazin und Clozapin.
  • Neuromuskuläre Endplatte
    Eine chemische Synapse zwischen dem Axon eines spinalenMotoneurons und einer Skelettmuskelfaser. Auch als motorische Endplatte bezeichnet.
  • Neuron
    Die informationsverarbeitende Zelle des Nervensystems. Die meisten Neuronen verwenden Aktionspotenziale, um Signale über Entfernungen zu leiten, und alle Neuronen kommunizieren über synaptische Signalübertragungen miteinander. Auch als Nervenzelle bezeichnet.
  • Neuronale Korrelate des Bewusstseins
    Merkmale in der Aktivität von Nervenzellen, die mit spezifischen bewussten Wahrnehmungen assoziiert sind.
  • Neuronale Vorläuferzelle
    Eine unausgereifte Nervenzelle vor der Differenzierung.
  • Neuronendoktrin
    Das Konzept, dass das Neuron die elementare Funktionseinheit des Gehirns ist und dass Neuronen miteinander über die Herstellung von Zell-Zell-Kontakten kommunizieren, aber nicht kontinuierlich verbunden sind.
  • Neuronenverband (cell assembly)
    Eine Gruppe von gleichzeitig aktiven Neuronen, die ein Objekt im Gedächtnis repräsentiert.
  • Neuropharmakologie
    Das Forschungsgebiet, das die Wirkung von Medikamenten und Drogen auf das Gewebe des Nervensystems untersucht.
  • Neurosekretorische Zelle
    Ein kleines Neuron des medialen und periventrikulären Hypothalamus, das hypophyseotrope Peptidhormone in den hypothalamisch-hypophysären Pfortaderkreislauf sezerniert, um die Freisetzung von Hormonen aus dem Hypophysenvorderlappen zu stimulieren oder zu inhibieren.
  • Neurotransmitter
    Eine chemische Substanz, die durch ein präsynaptisches Element nach Stimulierung freigesetzt wird und postsynaptische Rezeptoren aktiviert.
  • Neurotrophin
    Ein Mitglied einer Familie von ähnlichen trophischen neuronalen Faktoren, einschließlich des Nervenwachstumsfaktors und des brain-derived neurotrophic factor (BDNF).
  • Neurulation
    Die Bildung des Neuralrohrs aus dem neuralen Ektoderm während der embryonalen Entwicklung.
  • NGF
    Siehe Nervenwachstumsfaktor.
  • Nichtassoziatives Lernen
    Eine Verhaltensänderung, die mit der Zeit als Reaktion auf einen einzelnen Reiz auftritt; man unterscheidet zwei Formen: Habituation und Sensitisierung.
  • Nichtdeklaratives Gedächtnis
    Das Gedächtnis für Fähigkeiten, Gewohnheiten, emotionale Reaktionen und einige Reflexe.
  • Nikotinischer Acetylcholinrezeptor
    Eine Klasse von acetylcholinabhängigen Ionenkanälen, die an verschiedenen Stellen, insbesondere am Übergang zwischen Neuron und Muskel, zu finden sind.
  • Nissl-Farbstoff
    Eine Klasse von basischen Farbstoffen, die die Somata von Neuronen anfärben; benannt nach ihrem Entdecker, dem deutschen Histologen Franz Nissl (1860-1919).
  • NMDA-Rezeptor
    Ein Subtyp der Glutamatrezeptoren; ein glutamatabhängiger Ionenkanal, der für Na+, K+ und Ca2+ durchlässig ist. Der einwärtsgerichtete Ionenstrom durch den N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptor ist spannungsabhängig, da bei negativem Membranpotenzial Magnesium den Durchtritt blockiert.
  • Non-REM-Schlaf
    Eine Schlafphase, die durch große und langsame EEG-Wellen, weniger intensive Träume und den teilweisen Verlust der Muskelspannung gekennzeichnet ist. Siehe auch REM-Schlaf.
  • NonM-nonP-Ganglienzelle
    Eine Ganglienzelle in der Netzhaut, die nach ihrer Zellmorphologie und den Reaktionen weder vomM- noch vom P-Typ ist. Von den zahlreichen Zelltypen dieser Klasse sind einige bekannt, die empfindlich für verschiedene Wellenlängen des Lichts sind.
  • Noradrenalin
    Ein Catecholamin-Neurotransmitter, der aus Dopamin synthetisiert wird. Auch als Norepinephrin bezeichnet.
  • Noradrenerg
    Beschreibt Neuronen oder Synapsen, die Noradrenalin bilden und freisetzen.
  • Nozizeptor
    Jede Rezeptorzelle, die selektiv für potenziell schädliche Reize ist; kann auch dieWahrnehmung von Schmerz einschließen.
  • Nuclei pontis
    Siehe Brückenkerne.
  • Nucleus arcuatus
    Ein Kern in der periventrikulären Region des Hypothalamus, der eine große Zahl von Neuronen enthält, die für Veränderungen des Leptinspiegels empfindlich sind, und der an der Regulation des Energiehaushalts beteiligt ist.
  • Nucleus caudatus
    Ein Teil der Basalganglien, beteiligt an der Kontrolle der Motorik.
  • Nucleus gustatorius
    Siehe Geschmackskern.
  • Nucleus olivaris inferior
    Siehe untere Olive.
  • Nucleus olivaris superior
    Siehe obere Olive.
  • Nucleus paraventricularis
    Eine Region des Hypothalamus, die an der Regulation des vegetativen Nervensystems beteiligt ist und die Sekretion des Schilddrüsensteuerhormons und des adrenocorticotropen Hormons aus dem Hypophysenvorderlappen kontrolliert.
  • Nucleus ruber
    Siehe roter Kern.
  • Nucleus subthalamicus
    Siehe subthalamischer Kern.
  • Nucleus tractus solitarii
    Ein Kern des Hirnstammes, der sensorischen Eingang erhält; dieser wird verwendet, um vegetative Funktionen wie Atmung und Blutdruck über austretende Signale in Richtung anderer Hirnstamm- und Vorderhirnkerne und zum Hypothalamus zu koordinieren.
  • Nucleus ventralis lateralis (VL-Kern)
    Ein Kern des Thalamus, der Informationen aus den Basalganglien und des Kleinhirns auf den Motorcortex umschaltet.
  • Nucleus ventralis posterior (VP-Kern)
    Der wichtigste Umschaltkern des Thalamus im somatosensorischen System.
  • Nucleus ventralis posteromedialis (VPM-Kern)
    Der Teil des Nucleus ventralis posterior des Thalamus, der somatosensorischen Eingang vom Gesicht erhält, einschließlich der Afferenzen von der Zunge.
  • Obere Olive (Nucleus olivaris superior)
    Ein Kern in der caudalen Brücke, der Afferenzen von den Cochleariskernen erhält und Efferenzen zum Colliculus inferior sendet.
  • OCD
    Siehe Zwangsstörung.
  • Ohm’sches Gesetz
    Die Beziehung zwischen Stromstärke (I), Spannung (V) und Leitfähigkeit (g): I = gV. Da die elektrische Leitfähigkeit der Kehrwert des Widerstands (R) ist, kann das Ohm’sche Gesetz auch lauten: V = IR.
  • Ohrmuschel (Pinna)
    Das trichterförmig gestaltete Außenohr, das aus mit Haut bedecktem Knorpel besteht.
  • Okzipitallappen (Hinterhauptslappen)
    Die Region des Großhirns, die im Hinterkopf liegt.
  • Oligodendrogliazelle
    Eine Gliazelle, die im zentralen Nervensystem Myelin bildet.
  • ON-Bipolarzelle
    Eine Bipolarzelle der Netzhaut, die als Reaktion auf Helligkeit (light ON) im Zentrum ihres rezeptiven Feldes depolarisiert.
  • Operante Konditionierung
    Eine Form des Lernens, bei der eine Reaktion wie eine motorische Verhaltensweise mit einer Belohnung wie Nahrung verbunden wird. Auch als instrumentelle Konditionierung bezeichnet.
  • Opioide
    Eine Klasse von Substanzen wie Morphin, Codein und Heroin, die schmerzlindernd wirken, aber auch Stimmungsänderungen, Müdigkeit, geistige Umnachtung, Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung hervorrufen können.
  • Opioidrezeptor
    Ein Membranprotein, das natürliche (z.B. Endorphin) und synthetische (z. B. Morphin) opioide Substanzen selektiv bindet.
  • Optisches Tectum (Tectum opticum)
    Eine Bezeichnung, die insbesondere bei nicht zu den Säugetieren gehörenden Vertebraten für die Beschreibung des Colliculus superior verwendet wird.
  • Optogenetik
    Eine Methode, die eine Steuerung der neuronalen Aktivität ermöglicht. Dazu werden in Neuronen fremde Gene eingeschleust, die Ionenkanäle in Membranen exprimieren, welche sich in Reaktion auf Licht öffnen.
  • Orexigenes Peptid
    Ein neuroaktives Peptid, das das Nahrungsaufnahmeverhalten stimuliert; Beispiele sind Neuropeptid Y (NPY), agouti-related peptide (AgRP), Melanin-konzentrierendes Hormon (melanin-concentrating hormone, MCH) und Orexin.
  • Organum vasculosum laminae terminalis (OVLT)
    Eine spezialisierte Region des Hypothalamus, die Neuronen enthält, welche empfindlich für die Bluttonizität sind; sie aktivieren magnozelluläre neurosekretorische Zellen, die Adiuretin in das Blut abgeben und so osmotischen Durst auslösen.
  • Orientierungskolumne
    Eine Säule aus Neuronen der Sehrinde, die sich von der Schicht II zur Schicht VI erstreckt, die am stärksten auf die gleiche Stimulusorientierung reagieren.
  • Orientierungsselektivität
    Die Eigenschaft einer Zelle des Sehsystems, die nur auf eine schmale Bandbreite von Orientierungsreizen reagiert.
  • Ortszelle
    Ein Neuron im Hippocampus der Ratte, das nur reagiert, wenn sich das Tier in einem bestimmten Ort der Umgebung befindet.
  • Osmotischer Durst
    DieMotivation,Wasser zu trinken als Folge einer gestiegenen Bluttonizität (Osmolarität des Blutes).
  • Östrogene
    Weibliche Steroidhormone, von denen die wichtigsten Östradiol und Progesteron sind.
  • Otolithenapparat
    Utriculus oder Sacculus; Organe des vestibulären Labyrinths im Innenohr, die Neigung des Kopfes und Beschleunigung übertragen.
  • Ovales Fenster
    Ein Loch in der knöchernen Hörschnecke des Innenohrs, an dem die Bewegung der Gehörknöchelchen auf die Flüssigkeit in der Hörschnecke übertragen wird.
  • Oxytocin
    Ein kleines Peptidhormon, das vom Hypophysenhinterlappen durch magnozelluläre neurosekretorische Zellen freigesetzt wird; stimuliert die Uteruskontraktion und die Entleerung der Milch aus den Milchdrüsen.
  • P-Typ-Ganglienzelle
    Ein Typ von Ganglienzellen in der Netzhaut, der durch einen kleinen Zellkörper und Dendritenbaum, eine tonische Reaktion auf Licht und eine Empfindlichkeit für unterschiedliche Wellenlängen des Lichts gekennzeichnet ist. Auch als P-Zelle bezeichnet.
  • PAG
    Siehe periaquäduktales Grau.
  • Pallidum (Globus pallidus)
    Ein Teil der Basalganglien im Vorderhirn; beteiligt an der Bewegungskontrolle.
  • Panikstörung
    Eine psychische Störung, die durch sich wiederholende und scheinbar unbegründete Panikattacken und die Angst vor einerWiederholung solcher Attacken gekennzeichnet ist.
  • Papez-Kreis
    Eine Kette von Strukturen, die den Hypothalamus und die Hirnrinde miteinander verbinden und die nach Papez ein System für das Entstehen von Emotionen ist.
  • Papille
    Eine kleine Auswölbung der Zungenoberfläche, die Geschmacksknospen enthält.
  • Parahippocampaler Cortex
    Eine cortikale Region im medialen Temporallappen, die lateral zum Sulcus rhinalis liegt.
  • Parallele Reizverarbeitung
    Die Vorstellung, dass unterschiedliche Reizmerkmale im Gehirn parallel in voneinander abgegrenzten Bahnen verarbeitet werden.
  • Parallelfaser
    Ein Axon einer Körnerzelle im Kleinhirn, das Purkinje-Zellen innerviert. Die Plastizität der Synapse zwischen einer Parallelfaser und einer Purkinje-Zelle ist vermutlich für das motorische Lernen von Bedeutung.
  • Parasympathicus
    Ein Bestandteil des vegetativen Nervensystems, der den Herzschlag, die Atmung, den Stoffwechsel und die Verdauung aufrechterhält; seine peripheren Axone treten aus dem Hirnstamm und dem sakralen Rückenmark aus. Siehe auch Sympathicus.
  • Parietallappen (Scheitellappen)
    Die Region des Großhirns, die unter dem Scheitelbein liegt.
  • Parkinson-Krankheit
    Eine Bewegungsstörung, die durch Schädigung der Substantia nigra verursacht wird und die durch Bewegungsarmut, Probleme bei der Ausführung von willkürlichen Bewegungen und Ruhetremor gekennzeichnet ist.
  • Partieller Anfall
    Pathologisch starke und synchrone neuronale Aktivität, die auf eine kleine Region im Gehirn beschränkt bleibt. Siehe auch generalisierter Anfall.
  • Parvo-Interblob-Pfad
    Eine Bahn für die Verarbeitung visueller Information, die mit den P-Typ-Ganglienzellen der Netzhaut beginnt und in die Interblobregionen der Schicht III der primären Sehrinde reicht; vermutlich an der Verarbeitung von Informationen über Details von Objektformen beteiligt.
  • Parvozelluläre CGL-Schicht
    Eine Schicht des Corpus geniculatum laterale, die synaptische Eingänge von P-Typ-Ganglienzellen der Netzhaut erhält.
  • Pathophysiologie
    Untersuchung der pathologischen Veränderungen physiologischer Prozesse, die bei Erkrankungen auftreten.
  • PDE
    Siehe Phosphodiesterase.
  • Peptidbindung
    Die kovalente Bindung zwischen der Aminogruppe einer Aminosäure und der Carboxylgruppe einer anderen Aminosäure.
  • Peptiderg
    Beschreibt Neuronen oder Synapsen, die Peptidneurotransmitter bilden und freisetzen.
  • Periaquäduktales Grau (PAG)
    Eine Region, die den cerebralen Aquädukt im Kern desMittelhirns umgibt und die absteigenden Bahnen, welche die Übertragung von schmerzverursachenden Signalen unterdrücken können, enthält.
  • Perikaryon
    Siehe Soma.
  • Perilymphe
    Die Flüssigkeit, die die Scala vestibuli und die Scala tympani in der Cochlea des Innenohrs füllt und geringe K+- und hohe Na+-Konzentrationen aufweist.
  • Peripheres Nervensystem (PNS)
    Die Komponenten des Nervensystems, die nicht zum Gehirn und Rückenmark zählen. Das PNS umfasst alle Spinalganglien und Nerven, die Hirnnerven III–XII und das vegetative Nervensystem. Siehe auch zentrales Nervensystem.
  • Perirhinaler Cortex
    Eine cortikale Region im medialen Temporallappen, die die laterale Bank des Sulcus rhinalis besetzt; Läsionen in dieser Region führen beim Menschen zu einer schweren anterograden Amnesie.
  • Periventrikuläre Zone
    Eine Region des Hypothalamus, die am weitesten medial liegt und an den dritten Ventrikel grenzt.
  • Pheromon
    Ein olfaktorischer Reiz, der bei der chemischen Kommunikation zwischen Individuen eingesetzt wird.
  • Phoneme
    Die verschiedenen Laute, die bei einer gesprochenen Sprache verwendet werden.
  • Phosphodiesterase (PDE)
    Ein Enzym, das die zyklischen Nucleotide zyklisches Adenosinmonophosphat (cAMP) und zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP), die als Second Messenger fungieren, spaltet.
  • Phospholipase C (PLC)
    Ein Enzym, das das Membranphospholipid Phosphatidylinositol-4,5-bisphosphat spaltet, sodass die Second Messenger Diacylglycerin (DAG) und Inositoltrisphosphat (IP3) entstehen.
  • Phospholipiddoppelschicht
    Die Anordnung von Phospholipidmolekülen, die die Grundstruktur der Zellmembran darstellt. Der Kern der Doppelschicht besteht aus Lipiden und bildet eine Barriere für Wasser und wasserlösliche Ionen und Moleküle.
  • Phosphorylierung
    Eine biochemische Reaktion, bei der eine Phosphatgruppe (PO4-2 ) von Adenosintriphosphat (ATP) auf ein anderesMolekül übertragen wird. Die Phosphorylierung von Proteinen durch Proteinkinasen verändert ihre biologische Aktivität.
  • Photorezeptor
    Eine spezialisierte Zelle in der Netzhaut, die Lichtenergie in Veränderungen des Membranpotenzials überträgt.
  • Pia mater
    Siehe weiche Hirnhaut.
  • Pinna
    Siehe Ohrmuschel.
  • PKA
    Siehe Proteinkinase A.
  • PKC
    Siehe Proteinkinase C.
  • Planum temporale
    Eine Region auf der superioren Oberfläche des Temporallappens, die in der linken Hirnhälfte häufig größer ist als in der rechten.
  • PLC
    Siehe Phospholipase C.
  • PNS
    Siehe peripheres Nervensystem.
  • Polyandrie
    Paarungsverhalten, bei dem sich ein Weibchen mit mehr als einem Männchen paart.
  • Polygynie
    Paarungsverhalten, bei dem sich ein Männchen mit mehr als einem Weibchen paart.
  • Polypeptid
    Eine Kette aus Aminosäuren, die durch Peptidbindungen miteinander verknüpft sind.
  • Polyribosom
    Eine Ansammlung von Ribosomen, die sich frei im Cytoplasma bewegen.
  • Pons
    Siehe Brücke.
  • Posterior
    Anatomische Lagebezeichnung; Richtung Schwanz oder caudal gelegen.
  • Posteriorer Parietalcortex
    Eine posteriore Region des Parietallappens, hauptsächlich Brodmann-Areale 5 und 7, die an der visuellen und somatosensorischen Integration und an der Aufmerksamkeit beteiligt ist.
  • Postganglionäres Neuron
    Ein peripheres Neuron von Sympathicus und Parasympathicus des vegetativen Nervensystems; sein Zellkörper liegt in einem autonomen Ganglion und seine Axone enden auf peripheren Organen und Geweben.
  • Postsynaptische Verdichtung
    Eine Differenzierung der postsynaptischen Membran, in der die Rezeptoren für die Neurotransmitter lokalisiert sind.
  • Postsynaptisches Miniaturpotenzial
    Eine Veränderung des postsynaptischen Membranpotenzials, verursacht durch die Wirkung von Neurotransmittern, die von einem einzigen synaptischen Vesikel freigesetzt werden.
  • Postsynaptisches Potenzial (PSP)
    Eine Veränderung des postsynaptischen Membranpotenzials durch die präsynaptische Aktivität einer elektrischen Synapse oder durch einen an der Synapse freigesetzten Neurotransmitter.
  • Präfrontaler Cortex
    Eine cortikale Region am rostralen Ende des Frontallappens, die Eingang vom dorsomedialen Nucleus des Thalamus erhält.
  • Präganglionäres Neuron
    Ein Neuron von Sympathicus und Parasympathicus des vegetativen Nervensystems; sein Zellkörper liegt im ZNS (Rückenmark oder Hirnstamm), seine Axone ziehen in die Peripherie und sind über Synapsen mit postganglionären Neuronen in den autonomen Ganglien verbunden.
  • Prämotorisches Areal
    Der laterale Teil des Cortexareals 6, der an der Kontrolle willkürlicher Bewegungen beteiligt ist.
  • Primäre Geschmacksrinde
    Ein Gebiet des Neocortex, das Geschmacksinformationen von dem posterior gelegenen Nucleus ventromedialis erhält.
  • Primäre Hörrinde
    Brodmann-Areal 41, auf der superioren Oberfläche des Temporallappens lokalisiert. Auch als A1 bezeichnet.
  • Primäre Sehrinde
    Brodmann-Areal 17, auf dem Okzipitalpol lokalisiert. Auch als primärer visueller Cortex, striärer Cortex oder V1 bezeichnet.
  • Primärer Motorcortex
    Brodmann-Areal 4, auf dem Gyrus praecentralis lokalisiert; die Region des Cortex, die bei schwacher Stimulation lokale Muskelkontraktionen auslöst. Auch als M1 bezeichnet.
  • Primärer somatosensorischer Cortex
    Brodmann-Areal 3b, im Gyrus postcentralis lokalisiert. Auch als S1 bezeichnet.
  • Primäres sensorisches Neuron
    Ein Neuron, das auf die Verarbeitung von Umweltsignalen über die sensorische Oberfläche des Körpers spezialisiert ist.
  • Prioritätenkarte
    Karte des sichtbaren Raumes, die anzeigt, worauf man beruhend auf Reizauffälligkeit und kognitivem Input seine Aufmerksamkeit richten sollte.
  • Promotor
    Eine Region auf der DNA, an die die RNA-Polymerase bindet, um die Gentranskription zu initiieren.
  • Propriorezeptor
    Ein sensorischer Rezeptor in Muskeln, Gelenken und in der Haut, der zur Propriozeption beiträgt.
  • Propriozeption
    Die Wahrnehmung von Körperposition und -bewegung über sensorische Signale von Muskeln, Gelenken und Haut.
  • Prosencephalon
    Siehe Vorderhirn.
  • Protein
    Ein Polymer aus Aminosäuren, die über Peptidbindungen miteinander verknüpft sind.
  • Proteinbiosynthese
    Der Zusammenbau von Proteinmolekülen im Cytoplasma von Zellen entsprechend der genetischen Information.
  • Proteinkinase
    Eine Enzymklasse, die Proteine phosphoryliert; eine Phosphorylierung ändert die Konformation des Proteins und seine biologische Aktivität.
  • Proteinkinase A (PKA)
    Eine Proteinkinase, die durch den Second Messenger cAMP aktiviert wird.
  • Proteinkinase C (PKC)
    Eine Proteinkinase, die durch den Second Messenger DAG aktiviert wird.
  • Proteinphosphatase
    Ein Enzym, das Phosphatgruppen von Proteinen entfernt.
  • Proximaler (Gürtel-)Muskel
    Ein Muskel, der die Schulter oder das Becken kontrolliert.
  • Prozedurales Gedächtnis
    Das Gedächtnis für Fähigkeiten und Verhalten.
  • Psychochirurgie
    Gehirnchirurgie, mit der man psychische Störungen oder Verhaltensstörungen behandelt.
  • Psychologisch-konstruktivistische Theorie der Emotion
    Ansatz zur Erklärung von Emotionen, dem zufolge sich jede Emotion aus einer Kombination von nichtemotionalen psychologischen Komponenten wie körperlichen Empfindungen und Aufmerksamkeit zusammensetzt.
  • Pulvinar
    Eine Ansammlung von Neuronen im posterioren Thalamus, die weitreichende reziproke Verbindungen mit Arealen in der Großhirnrinde aufweisen. An der Steuerung von Aufmerksamkeit beteiligt.
  • Pupille
    Die Öffnung, durch die Licht in das Auge eintritt und auf die Netzhaut trifft.
  • Pupillenreflex
    Eine Anpassung der Pupille an unterschiedliche Helligkeit der Umgebung; der Durchmesser der Pupille wird als Reaktion auf die retinalen Eingänge der Neuronen des Hirnstammes, welche die Iris kontrollieren, im Schwachlicht größer und im Starklicht kleiner.
  • Purkinje-Zelle
    Eine Zelle in der Kleinhirnrinde, deren Axon in die tiefen Kleinhirnkerne projiziert.
  • Putamen
    Ein Teil der Basalganglien im basalen Großhirn; an der motorischen Kontrolle beteiligt.
  • Pyramidenbahn (Tractus corticospinalis)
    Die Bahn, die im Neocortex entspringt, entlang der ventralen Medulla verläuft und im Rückenmark endet; beteiligt an der Kontrolle von willkürlichen Bewegungen. Auch als Corticospinaltrakt oder Tractus pyramidalis bezeichnet.
  • Pyramidenzelle
    Ein Neuron, das durch einen pyramidenförmigen Zellkörper und einen verlängerten Dendritenbaum gekennzeichnet ist; zu finden in der Großhirnrinde.
  • Quantelungsanalyse
    Ein Verfahren, mit dem die Anzahl der Vesikel festgestellt wird, die während einer normalen synaptischen Signalübertragung Neurotransmitter freisetzen.
  • Quergestreifter Muskel
    Ein Muskeltyp, der ein gestreiftes Erscheinungsbild hat; die beiden Formen quergestreifter Muskeln sind Skelettmuskel und Herzmuskel.
  • Radialgliazelle
    Eine Gliazelle im embryonalen Gehirn, die einen Fortsatz von der ventrikulären Zone zur Oberfläche des Gehirns bildet; unreife Neuronen und Glia wandern entlang dieses Fortsatzes.
  • Radiatio optica
    Siehe Sehstrahlung.
  • Ranvier-Schnürring
    Ein Bereich zwischen zwei aufeinanderfolgendenMyelinscheiden, wo ein Axon mit der extrazellulären Flüssigkeit in Kontakt kommt.
  • Raphekerne
    Cluster von serotonergen Neuronen, die im Hirnstamm entlang der Mittellinie des Hirnstammes vom Mittelhirn zur Medulla oblongata ziehen und diffus in alle Schichten des ZNS projizieren.
  • Raues endoplasmatisches Reticulum
    Ein membranumhülltes zelluläres Organell, an dessen äußerer Oberfläche sich Ribosomen befinden; ein Ort der Synthese von Proteinen, die in eine Membran eingebaut oder von einer Membran umschlossen werden sollen. Auch als raues ER bezeichnet.
  • Räumliche Summation
    Die Verrechnung von exzitatorischen postsynaptischen Potenzialen, die an mehr als einer Synapse einer Zelle generiert werden. Siehe auch zeitliche Summation.
  • Rautenhirn (Rhombencephalon)
    Die Region des Gehirns, die sich von den embryonalen, caudal gelegenen primären Gehirnbläschen ableitet. Zu den Strukturen des Rautenhirns gehören Kleinhirn, Brücke und Medulla.
  • Reissner-Membran
    Die Membran in der Hörschnecke des Innenohrs, die die Scala vestibuli von der Scala media trennt.
  • Rekonsolidierung
    Der Vorgang, durch den eine bereits konsolidierte Erinnerung abgerufen, modifiziert und wieder neu gespeichert wird.
  • Relative Refraktärzeit
    Die Zeit nach einem Aktionspotenzial, in der ein stärkerer depolarisierender Strom aufgewendet werden muss, um die Schwelle zu erreichen und ein neues Aktionspotenzial auszulösen.
  • REM-Schlaf
    Eine Schlafphase, die durch EEG-Wellen mit geringer Amplitude und hoher Frequenz, lebhafte Träume, schnelle Augenbewegungen und Verlust derMuskelspannung gekennzeichnet ist. Siehe auch Non-REM-Schlaf.
  • Retina
    Siehe Netzhaut.
  • Retinofugale Projektion
    Ein neuronaler Pfad, der Informationen vom Auge wegführt.
  • Retinotectale Projektion
    Ein neuronaler Pfad, der Informationen von der Netzhaut zum Colliculus superior leitet.
  • Retinotopie
    Die topografische Organisation im visuellen System, bei der benachbarte Zellen der Netzhaut Informationen auf benachbarte Zellen in der Zielstruktur übertragen.
  • Retrograde Amnesie
    Gedächtnisverlust für Ereignisse vor einer Erkrankung oder einem Hirntrauma.
  • Retrograder Botenstoff
    Jeder chemische Botenstoff, der Informationen von der postsynaptischen Seite einer Synapse an die präsynaptische Seite vermittelt.
  • Retrograder Transport
    Axoplasmatischer Transport von einer Axonterminale zum Soma.
  • Rezeptives Feld
    Der Bereich einer sensorischen Oberfläche (Netzhaut, Haut), der bei Stimulierung das Membranpotenzial eines Neurons verändert.
  • Rezeptor
    (1) Ein spezialisiertes Protein, das chemische Signalsubstanzen wie Neurotransmitter wahrnimmt und eine zelluläre Reaktion einleitet. (2) Eine spezialisierte Zelle, die Umweltreize wahrnimmt und neuronale Reaktionen auslöst.
  • Rezeptoragonist
    Ein Wirkstoff, der an ein Rezeptormolekül bindet und dieses in seiner Funktion aktiviert.
  • Rezeptorantagonist
    EinWirkstoff, der an ein Rezeptormolekül bindet und dieses in seiner Funktion hemmt.
  • Rezeptorpotenzial
    Eine reizinduzierte Veränderung des Membranpotenzials einer sensorischen Rezeptorzelle.
  • Rezeptorsubtyp
    Eines von mehreren Rezeptormolekülen, an das ein bestimmter Neurotransmitter binden kann.
  • Reziproke Hemmung
    Der Prozess, bei dem die Kontraktion einer Reihe von Muskeln mit der Entspannung der antagonistischen Muskeln einhergeht.
  • Rhodopsin
    Das Photopigment in den Stäbchen.
  • Rhombencephalon
    Siehe Rautenhirn.
  • Ribosom
    Ein Zellorganell, das aus Aminosäuren entsprechend der Information auf der Messenger-RNA neue Proteine zusammensetzt.
  • Richtungsselektivität
    Die Eigenschaft von Zellen des Sehsystems, die nur reagieren, wenn Reize aus einer bestimmten Richtung kommen.
  • Riechepithel
    Eine Schicht von Zellen, die einen Teil des Nasenraums auskleidet und die olfaktorischen Rezeptorneuronen enthält.
  • Riechkolben (Bulbus olfactorius)
    Eine zwiebelförmige Gehirnstruktur, die sich aus dem Großhirn ableitet und Eingang von olfaktorischen Rezeptorneuronen erhält.
  • Riechrinde
    Die Region der Großhirnrinde, die mit dem Riechkolben verbunden und vom Neocortex durch die rhinale Fissur getrennt ist.
  • RNA-Spleißen
    Der Prozess, bei dem Introns, also die Bereiche eines RNA-Primärtranskripts, die kein Protein codieren, entfernt werden.
  • Rostral
    Anatomische Lagebezeichnung; Richtung Nase gelegen oder anterior.
  • Roter Kern (Nucleus ruber)
    Eine Zellgruppe im Mittelhirn, die an der Bewegungskontrolle beteiligt ist.
  • Rückenmark (Medulla spinalis)
    Der Teil des zentralen Nervensystems, der sich in der Wirbelsäule befindet.
  • Rückenmarkssegment
    Eine Gruppe von Hinter- und Vorderwurzeln mit den entsprechenden Anteilen des Rückenmarks.
  • Ruhepotenzial
    Das Membranpotenzial oder die Spannung über einer Membran, die von einer Zelle aufrechterhalten wird, wenn sie keine Aktionspotenziale generiert. Neuronen haben ein Ruhepotenzial von etwa -65mV.
  • Ruhezustandsaktivität
    Aktivität im Gehirn einer wachen Person während einer Ruhephase, in der keine spezifischen Aufgaben durchgeführt werden.
  • Rundes Fenster
    Ein membranbedecktes Loch in der knöchernen Hörschnecke des Innenohrs, das am Ende der Scala tympani liegt.
  • S1
    Siehe primärer somatosensorischer Cortex.
  • Sagittalebene
    Eine anatomische Schnittebene, die parallel zur Mediansagittalebene verläuft.
  • Salienzkarte
    Karte des sichtbaren Raumes, in der die Orte auffälliger Objekte hervorgehoben sind.
  • Saltatorische Erregungsleitung
    Die Ausbreitung eines Aktionspotenzials entlang eines myelinisierten Axons.
  • Salvenprinzip
    Die Vorstellung, dass hohe Schallfrequenzen durch eine gemeinsame Aktivität einer Reihe von Neuronen repräsentiert werden, wobei die Neuronen eine phasenstarre Kopplung zeigen.
  • Sarkolemm
    Die äußere Zellmembran einer Skelettmuskelfaser.
  • Sarkomer
    Das kontraktile Element zwischen den Z-Scheiben Einer Myofibrille; enthält dicke und dünne Filamente, die aneinander entlang gleiten und so zu einer Muskelkontraktion führen.
  • Sarkoplasmatisches Reticulum
    Ein Organell in einer Skelettmuskelfaser, das Ca2+ speichert und freisetzt, wenn die Faser durch ein Aktionspotenzial im T-Tubulus stimuliert wird.
  • Sättigungssignal
    Ein Faktor, der den Antrieb zu essen vermindert, ohne Übelkeit zu verursachen; Beispiele sind die Magendehnung und Cholecystokinin, das von den Zellen des Darms als Reaktion auf Nahrung freigesetzt wird.
  • Scala media (Schneckengang)
    Eine Kammer in der Hörschnecke, die zwischen der Vorhoftreppe und der Paukentreppe liegt.
  • Scala tympani (Paukentreppe)
    Eine Kammer in der Hörschnecke, die sich vom Schneckenloch zum runden Fenster erstreckt.
  • Scala vestibuli (Vorhoftreppe)
    Eine Kammer in der Hörschnecke, die sich vom ovalen Fenster zum Schneckenloch erstreckt.
  • Schaffer-Kollaterale
    Ein Axon des CA3-Neurons, das Neuronen der CA1-Region des Hippocampus innerviert. Die Synapsen von Schaffer-Kollateralen zeigen LTP und LTD, also Arten synaptischer Plastizität, die vermutlich für die Gedächtnisbildung wichtig sind.
  • Scheinwerfer der Aufmerksamkeit
    Die Fähigkeit, die visuelle Aufmerksamkeit auf verschiedene Objekte zu lenken, ähnlich einem Scheinwerfer, mit dem ein dunkler Raum zur Erkundung ausgeleuchtet wird.
  • Scheinwut
    Ein Ausdruck starker Wut in einer Situation, die normalerweise keine Wut auslöst; die Ursache für das Verhalten sind Läsionen im Gehirn.
  • Scheitellappen
    Siehe Parietallappen.
  • Schielen (Strabismus)
    Ein Zustand, in dem die optischen Achsen der Augen nicht perfekt ausgerichtet sind.
  • Schizophrenie
    Eine psychische Störung, die durch Realitätsverlust gekennzeichnet ist; Fragmentierung und Störung von Gedanken, Wahrnehmung, Stimmungen und Bewegung; Wahn, Halluzinationen und gestörtes Gedächtnis.
  • Schläfenlappen
    Siehe Temporallappen.
  • Schneckenloch
    Siehe Helicotrema.
  • Schnelle motorische Einheit
    Eine motorische Einheit mit einem großen α-Motoneuron, das schnell kontrahierende und rasch ermüdende weiße Muskelfasern innerviert.
  • Schwann-Zelle
    Eine Gliazelle, die im peripheren Nervensystem Myelin bildet.
  • Schwarze Substanz (Substantia nigra)
    Eine Zellgruppe im Mittelhirn, deren Neurotransmitter Dopamin ist und die das Striatum innerviert.
  • Schwellenwert
    Ein Wert des Membranpotenzials, bis zu dem ein Neuron depolarisiert werden muss, um ein Aktionspotenzial auszulösen.
  • Schwere depressive Episode
    Eine affektive Störung, die durch eine längere, starke Stimmungsverschlechterung gekennzeichnet ist; dazu können auch Angst, Schlafstörungen und andere physiologische Störungen gehören.
  • Schwieriges Problem des Bewusstseins
    Wie und warum subjektiv bewusste Erfahrungen durch physische Prozesse entstehen.
  • SCN
    Siehe suprachiasmatischer Kern.
  • Second-Messenger-Kaskade
    Ein mehrere Schritte umfassender Prozess, der die Aktivierung eines Rezeptors für einen Neurotransmitter an die Aktivierung von intrazellulären Enzymen koppelt.
  • Sehgrube
    Siehe Fovea.
  • Sehnenspindel
    Eine auf die Wahrnehmung der Muskelspannung spezialisierte Struktur in den Sehnen eines Skelettmuskels.
  • Sehnerv
    Das Bündel von Ganglienzellaxonen, das sich vom Auge bis zur Sehnervenkreuzung zieht.
  • Sehnervenkreuzung
    Siehe Chiasma opticum.
  • Sehnervenpapille
    Der Ort auf der Netzhaut, an dem die Axone des Sehnervs das Auge verlassen.
  • Sehschärfe
    Die Fähigkeit des Sehsystems, zwei nahe beieinanderliegende Punkte im Gesichtsfeld zu unterscheiden.
  • Sehstrahlung (Radiatio optica)
    Eine Ansammlung von Axonen, die vom Corpus geniculatum laterale zur Sehrinde ziehen.
  • Sehwinkel
    Eine Möglichkeit, die Größe eines abgebildeten Objekts auf der Netzhaut zu beschreiben; ein Objekt, das sich über einen Winkel von 3,5? erstreckt, wird auf der Netzhaut in einer Größe von 1mm abgebildet.
  • Seitenventrikel
    Der mit Liquor gefüllte Raum in jeder der beiden Großhirnhälften.
  • Sekretorisches Vesikel
    Ein kugelförmiges, membranumhülltes Vesikel mit einem Durchmesser von etwa 100 nm, das Peptide enthält, die für die Sekretion durch Exocytose bestimmt sind. Auch als dense core-Vesikel bezeichnet.
  • Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (serotonin-selective reuptake inhibitor, SSRI)
    Ein Wirkstoff wie Fluoxetin, der die Wirkung des an der Synapse freigesetzten Serotonins verlängert, indem er die Wiederaufnahme verhindert; wird verwendet, um Depressionen und Zwangsstörungen zu behandeln.
  • Sensitisierung
    Eine Form des nichtassoziativen Lernens, die zu einer stärkeren Reaktion auf alle Reize führt.
  • Sensorische Karte
    Das Repräsentieren von sensorischen Informationen in einer neuronalen Struktur, das die in dem sensorischen Organ entstehende räumliche Organisation dieser Information korrekt abbildet, sodass die Orte stets zugeordnet werden können. Beispiele sind retinotope Karten des Colliculus superior, des Corpus geniculatum laterale und der Sehrinde, wo Neuronen an spezifischen Orten selektiv auf die Reizung bestimmter Bereiche der Netzhaut reagieren.
  • Sequenzielle Vergleichsaufgabe
    Ein Verhaltenstest, bei dem Tiere oder Versuchspersonen darauf trainiert werden, dasjenige von zwei Objekten auszuwählen, das nicht dem vorher gesehenen Testobjekt entspricht.
  • Serotonerg
    Beschreibt Neuronen oder Synapsen, die Serotonin bilden und freisetzen.
  • Serotonin (5-HT)
    Ein Aminneurotransmitter, 5-Hydroxytryptamin.
  • Serotoninmangelhypothese
    Die Vorstellung, dass Aggression invers mit serotonerger Aktivität korreliert ist.
  • Skelettmuskel
    Ein quergestreifter Muskel, der unter willkürlicher Kontrolle steht und die Knochen um die Gelenke bewegt; leitet sich von mesodermalen Ursegmenten ab.
  • Sklera
    Siehe Lederhaut.
  • SMA
    Siehe supplementär motorisches Areal.
  • Soma
    Der zentrale Bereich eines Neurons, der den Zellkern enthält; auch als Zellkörper oder Perikaryon bezeichnet.
  • Somatosensorische Wahrnehmung
    Der Sinn für Berührung, Temperatur, Propriozeption und Schmerz.
  • Somatotopie
    Die topografische Organisation von somatosensorischen Bahnen, bei der benachbarte Zellen der Haut Informationen auf benachbarte Zellen in der Zielstruktur übertragen.
  • Spannung
    Siehe elektrisches Potenzial.
  • Spannungsabhängiger Calciumkanal
    Ein Membranprotein, das eine Pore ausbildet, die durchlässig für Ca2+ ist und über die Depolarisation der Membran reguliert wird.
  • Spannungsabhängiger Kaliumkanal
    Ein Membranprotein, das eine Pore ausbildet, die durchlässig für K+ ist und über die Depolarisation der Membran reguliert wird.
  • Spannungsabhängiger Natriumkanal
    Ein Membranprotein, das eine Pore ausbildet, die durchlässig für Na+ ist und über die Depolarisation der Membran reguliert wird.
  • Spannungsklemme
    Ein Gerät, das es ermöglicht, das Membranpotenzial konstant zu halten und gleichzeitig den Strom über eine Membran zu messen.
  • Spezifische Sprachentwicklungsstörung
    Verzögerter Spracherwerb ohne Hördefizite oder allgemeine Entwicklungsverzögerungen.
  • Spiegelneuron
    Nervenzelle der Großhirnrinde, die feuert, wenn ein Tier eine motorische Bewegung ausführt oder auch nur beobachtet, wie ein anderes Tier diese Bewegung ausführt.
  • Spinalganglion (Ganglion spinale)
    Eine Ansammlung von Zellkörpern sensorischer Neuronen, die Teil des somatischen peripheren Nervensystems sind. Für jeden Spinalnerv gibt es ein Spinalganglion.
  • Spinalkanal
    Der mit Liquor gefüllte Raum im Rückenmark.
  • Spinalnerv
    Ein Nerv, der mit dem Rückenmark verbunden ist und den Körper innerviert.
  • Spinothalamische Bahn (Tractus spinothalamicus)
    Eine aufsteigende somatosensorische Bahn, die vom Rückenmark zum Thalamus zieht; vermittelt Informationen über Schmerz und Temperatur.
  • Sprache
    System zur Kommunikation von Informationen mittels Wörtern oder Zeichen, die nach grammatikalischen Regeln miteinander kombiniert werden.
  • Spracherwerb
    Der Prozess des Erlernens einer Sprache.
  • SSRI
    Siehe selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.
  • Stäbchen
    Ein Photorezeptor in der Netzhaut, der Rhodopsin enthält und auf Detektion von Licht mit geringer Intensität spezialisiert ist. Siehe auch Zapfen.
  • Standardmodell der Gedächtniskonsolidierung
    Eine Erklärung für die Gedächtnisbildung, der zufolge die sensorische Information im Hippocampus verarbeitet und anschließend zur dauerhaften Speicherung in den Neocortex überführt wird.
  • Steigbügel
    Ein Gehörknöchelchen im Mittelohr, das mit dem ovalen Fenster in Verbindung steht.
  • Stereocilium
    Eine haarähnliche Cilie, die sich an der Spitze einer Haarzelle im Innenohr befindet.
  • Sternzelle
    Ein Neuron, das durch eine radiale, sternförmige Verteilung der Dendriten gekennzeichnet ist.
  • Steuerung (gating)
    Eine Eigenschaft vieler Ionenkanäle, die sich auf spezifische Signale, wie die Spannung über der Membran oder die Anwesenheit von Neurotransmittern, hin öffnen oder schließen.
  • Stickoxid (NO)
    Ein Gas, das aus der Aminosäure Arginin entsteht und als interzellulärer Botenstoff dient.
  • Stimmlippen
    Paarige Gewebefalten innerhalb des Kehlkopfes, die zu Schwingungen fähig und für die Stimmbildung verantwortlich sind.
  • Stirnlappen
    Siehe Frontallappen.
  • Strabismus
    Siehe Schielen.
  • Stria vascularis
    Spezialisiertes Endothel an der Außenwand des Ductus cochlearis, das für die Sezernierung der Endolymphe verantwortlich ist.
  • Striatum (Corpus striatum)
    Ein Sammelbegriff für den Nucleus caudatus und das Putamen; beteiligt an der Initiation von willkürlichen Bewegungen des Körpers; spielt eine Rolle beim prozeduralen Gedächtnis.
  • Stromstärke
    Gibt an, wie viele Ladungen pro Zeiteinheit transportiert werden, dargestellt durch das Symbol I und gemessen in Ampere (A).
  • Subplatte
    Eine Schicht cortikaler Neuronen, die sich in der frühen Entwicklungsphase unter der cortikalen Platte befindet; wenn sich die cortikale Platte zu den sechs Schichten des Neocortex differenziert hat, verschwindet die Subplatte.
  • Substantia
    Siehe Substanz.
  • Substantia gelatinosa
    Ein dünner dorsal gelegener Teil des Hinterhorns des Rückenmarks, der Eingang von nichtmyelinisierten C-Fasern erhält; wichtig für die Übertragung von nozizeptiven Signalen.
  • Substantia nigra
    Siehe schwarze Substanz.
  • Substanz (Substantia)
    Eine Gruppe von verwandten Neuronen tief im Gehirn; in der Regel mit weniger scharf abgegrenzten Rändern als es die Ränder von Kernen sind.
  • Subthalamischer Kern (Nucleus subthalamicus)
    Ein Teil der Basalganglien im basalen Vorderhirn; beteiligt an der Kontrolle der Motorik.
  • Sulcus
    Eine Rinne an der Oberfläche des Großhirns, die zwischen benachbarten Gyri verläuft. Plural: Sulci. Auch als Furche bezeichnet.
  • Sulcus centralis
    Die Furche, die den Frontallappen und den Parietallappen der Großhirnrinde voneinander trennt.
  • Supplementär motorisches Areal (SMA)
    Der mediale Bereich des cortikalen Areals 6; beteiligt an der Kontrolle willkürlicher Bewegungen.
  • Suprachiasmatischer Kern (SCN)
    Ein kleiner Kern des Hypothalamus direkt über der Sehnervenkreuzung gelegen, der durch die Netzhaut innerviert wird und den circadianen Rhythmus mit dem Hell-Dunkel-Rhythmus des Tageslichts synchronisiert.
  • Sympathicus
    Ein Bestandteil des vegetativen Nervensystems, der in Flucht-oder-Kampf-Situationen physiologische Reaktionen aktiviert, wie erhöhte Herzfrequenz, Atmung, Blutdruck und Energiemobilisierung sowie verminderte Verdauungs- und Fortpflanzungsfunktionen; seine peripheren Axone treten aus dem thorakalen und lumbalen Rückenmark aus. Siehe auch Parasympathicus.
  • Sympathischer Grenzstrang
    Eine Reihe von miteinander verbundenen Ganglien im vegetativen Nervensystem, die in Nachbarschaft zur Wirbelsäule liegen, Eingang von präganglionären sympathischen Fasern erhalten und mit postganglionären Fasern zu Zielorganen und Geweben ziehen.
  • Synapse
    Der Kontaktbereich, in dem ein Neuron Informationen auf eine andere Zelle überträgt.
  • Synapsenendknöpfchen
    Siehe Axonterminale.
  • Synaptische Integration
    Der Prozess, bei dem viele EPSPs und/oder IPSPs in einem postsynaptischen Neuron verrechnet werden, wobei ein oder mehrere Aktionspotenziale ausgelöst werden können.
  • Synaptische Konsolidierung
    Die Umwandlung von sensorischer Information in eine temporäre Gedächtnisspur im Hippocampus.
  • Synaptische Skalierung
    Eine zellweite Anpassung der Synapsenstärke infolge einer Veränderung der durchschnittlichen Feuerungsrate des postsynaptischen Neurons.
  • Synaptische Übertragung
    Der Prozess, bei dem an einer Synapse Informationen von einer Zelle auf eine andere übertragen werden.
  • Synaptischer Spalt
    Der Bereich, der bei Neuronen die präsynaptische von der postsynaptischenMembran trennt.
  • Synaptisches Vesikel
    Eine membranumhüllte Struktur mit einem Durchmesser von etwa 50 nm, die Neurotransmitter enthält und sich in der präsynaptischen Endigung befindet.
  • Synergistischer Muskel
    Ein Muskel, der mit anderen Muskeln zusammen kontrahiert, um die Bewegung in eine Richtung zu ermöglichen.
  • Systemkonsolidierung
    Die Umwandlung einer temporären Gedächtnisspur im Hippocampus in ein permanentes Engramm im Neocortex.
  • T-Tubulus
    Eine membranumhüllte Röhre in einer Skelettmuskelfaser, die die Erregung des Sarkolemms mit der Freisetzung von Ca2+ aus dem sarkoplasmatischen Reticulum verknüpft.
  • Tectum opticum
    Siehe optisches Tectum.
  • Tektorialmembran
    Eine Gewebeschicht, die über dem Corti-Organ in der Hörschnecke des Innenohrs liegt.
  • Telencephalon
    Siehe Großhirn.
  • Temporallappen (Schläfenlappen)
    Der Bereich des Großhirns, der sich unter dem Schläfenbein befindet.
  • Tetanus
    Eine Form von repetitiver Stimulation.
  • Tetrodotoxin (TTX)
    Ein Toxin, das den Durchtritt von Na+ durch spannungsabhängige Natriumkanäle blockiert und dadurch Aktionspotenziale verhindert.
  • Thalamus
    Der dorsale Bereich des Zwischenhirns, der stark mit dem Neocortex verknüpft ist.
  • Theorie der Basisemotionen
    Ansatz zur Erklärung von Emotionen ausgehend von dem Prinzip, dass es eine kleine Anzahl vorprogrammierter Basisemotionen oder Grundgefühle gibt, die universell in allen Kulturen vorkommen.
  • Theorie der dimensionalen Klassifikation von Emotionen
    Ansatz zur Untersuchung von Emotionen, demzufolge sich jede Emotion nach dem generellen Ausmaß der Erregung und der Intensität der spezifischen Gefühlsregungen klassifizieren lässt.
  • Theorie der kognitiven Karte
    Die Vorstellung, dass der Hippocampus darauf spezialisiert ist, eine räumliche Karte der Umgebung abzubilden.
  • Thermorezeptor
    Eine sensorische Rezeptorzelle, die selektiv Temperaturveränderungen detektiert.
  • Tonhöhe
    Die wahrgenommene Eigenschaft eines Lautes, bestimmt durch dessen Frequenz.
  • Tonotopie
    Die systematische Organisation innerhalb einer auditorischen Struktur auf der Basis der charakteristischen Frequenz.
  • Tractus
    Siehe Bahn.
  • Tractus corticospinalis
    Siehe Pyramidenbahn.
  • Tractus opticus
    Abschnitt der Sehbahn, der sich von der Sehnervenkreuzung zum Hirnstamm erstreckt. Wichtige Ziele des Tractus opticus sind das Corpus geniculatum laterale und der Colliculus superior.
  • Tractus perforans
    Die axonale Bahn vom entorhinalen Cortex zum Gyrus dentatus des Hippocampus. Die Synapsen des Tractus perforans zeigen LTP und LTD, also Arten synaptischer Plastizität, die vermutlich an der Gedächtnisbildung beteiligt sind.
  • Tractus reticulospinalis pontis
    Eine Bahn, die in der Formatio reticularis pontis entspringt, im Rückenmark endet und an der Kontrolle von Bewegungen beteiligt ist.
  • Tractus rubrospinalis
    Eine Bahn, die im roten Kern entspringt und im Rückenmark endet; an der Bewegungskontrolle beteiligt.
  • Tractus spinothalamicus
    Siehe spinothalamische Bahn.
  • Tractus tectospinalis
    Eine Bahn, die im Colliculus superior entspringt und im Rückenmark endet; beteiligt an der Kontrolle von Kopf- und Nackenbewegungen.
  • Tractus vestibulospinalis
    Eine Bahn, die in den Vestibulariskernen der Medulla beginnt und im Rückenmark endet; beteiligt an der Kontrolle von Bewegungen und der Körperhaltung.
  • Transducin
    Das G-Protein, das in den Stäbchen Rhodopsin an das Enzym Phosphodiesterase koppelt.
  • Transduktion
    Die Umwandlung von sensorischer Reizenergie in zelluläre Signale wie ein Rezeptorpotenzial.
  • Transgene Mäuse
    Mäuse, denen mittels gentechnischer Methoden zusätzliche Gene hinzugefügt wurden.
  • Transkription
    Der Prozess, bei dem entsprechend der genetischen Information auf der DNA Messenger-RNA synthetisiert wird.
  • Transkriptionsfaktor
    Ein Protein, das die Bindungen der RNA-Polymerase an einen Promotor reguliert.
  • Translation
    Der Prozess, bei dem ein Proteinmolekül entsprechend der genetischen Information auf dem mRNA-Molekül synthetisiert wird.
  • Transporter
    Ein Membranprotein, das Neurotransmitter oder deren Vorstufen durch Membranen transportiert, um sie entweder im präsynaptischen Cytosol oder in synaptischen Vesikeln anzureichern.
  • Trigeminusnerv
    Hirnnerv V; verlässt den Hirnstamm an der Brücke; leitet hauptsächlich sensorischeAxone von Kopf,Mund und harter Hirnhaut und motorische Axone der Kaumuskulatur.
  • Trommelfell (Membrana tympani)
    EineMembran aminneren Ende des Gehörgangs, die sich als Reaktion auf Luftdruckschwankungen bewegt.
  • Trophischer Faktor
    Jedes Molekül, das den Fortbestand einer Zelle fördert.
  • Troponin
    Ein Protein, das in einer Skelettmuskelzelle Ca2+ bindet und dadurch die Wechselwirkung zwischen Myosin und Aktin reguliert.
  • TTX
    Siehe Tetrodotoxin.
  • Übertragener Schmerz
    Schmerz, der an einer anderen Stelle als seinem Ursprungsort wahrgenommen wird. Die Aktivierung des Nozizeptors in viszeralen Organen wird typischerweise wahrgenommen, als käme der Schmerz von der Haut oder von Skelettmuskeln.
  • Ultradianer Rhythmus
    Jeder Rhythmus mit einer Periode, die deutlich unter einem Tag liegt. Siehe auch circadianer Rhythmus.
  • Unbedorntes Neuron
    Ein Neuron, dem dendritische Fortsätze fehlen.
  • Unbewusste Emotion
    Die Erfahrung oder der Ausdruck von Emotion ohne bewusste Wahrnehmung des Reizes, der die Emotion ausgelöst hat.
  • Unipolares Neuron
    Ein Neuron mit einem einzigen Neuriten.
  • Untere Olive (Nucleus olivaris inferior)
    Ein Kern in der Medulla, aus dem die Kleinhirnrinde über Kletterfasern Eingänge erhält. Die Aktivität von Kletterfasern ist ein wichtiger Auslöser für eine Langzeitdepression (LTD), eine Art der synaptischen Plastizität, die vermutlich für das motorische Lernen wichtig ist.
  • V1
    Siehe primäre Sehrinde.
  • Vagusnerv
    Hirnnerv X; entspringt in der Medulla und innerviert die inneren Organe von Brust- und Bauchhöhle; eine Hauptquelle präganglionärer viszeromotorischer Axone des Parasympathicus.
  • Vasopressin
    Siehe Adiuretin
  • Vater-Pacini-Körperchen
    Eine Mechanorezeptorzelle in der Unterhaut, die selektiv Vibrationen höherer Frequenzen wahrnimmt.
  • Vegetatives Nervensystem
    Ein System aus zentralen und peripheren Nerven, die die inneren Organe, das Herz-Kreislauf-System und Drüsen innervieren. Das vegetative Nervensystem besteht aus Sympathicus, Parasympathicus und einem enterischen Anteil.
  • Ventral
    Anatomische Lagebezeichnung; Richtung Bauch gelegen.
  • Ventraler Cochleariskern
    Ein Kern in der Medulla, der Afferenzen aus dem Spiralganglion in der Hörschnecke des Innenohrs erhält.
  • Ventrikelsystem
    Der mit Liquor gefüllte Raum im Gehirn, der aus den lateralen Ventrikeln, dem dritten Ventrikel, dem cerebralen Aquädukt und dem vierten Ventrikel besteht.
  • Ventromediale Bahn
    Axone in der ventromedialen Säule des Rückenmarks, die an der Kontrolle von Körperhaltung und -bewegung beteiligt sind und durch den Hirnstamm kontrolliert werden.
  • Ventromediales hypothalamisches Syndrom
    Adipositas, die mit Läsionen des lateralen hypothalamischen Areals verbunden ist.
  • Verbale Entwicklungsdyspraxie
    Entwicklungsstörung des Sprechens; Ursache ist eine Unfähigkeit zu den koordinierten Muskelbewegungen, die für das Sprechen erforderlich sind, ohne dass Nerven oder Muskeln geschädigt sind.
  • Vermis
    Siehe Wurm.
  • Verteiltes Gedächtnis
    Die Vorstellung, dass Erinnerungen nicht durch eine einzelne Synapse oder Zelle gespeichert werden, sondern durch über viele Neuronen verteilte synaptische Veränderungen.
  • Vestibuläres Labyrinth
    Ein Teil des Innenohrs, der auf die Wahrnehmung der Kopfbewegungen spezialisiert ist; besteht aus dem Otholithenapparat und den Bogengängen.
  • Vestibulariskern
    Ein Kern in der Medulla, der Eingang aus dem vestibulären Labyrinth des Innenohrs erhält.
  • Vestibulookulärer Reflex (VOR)
    Eine Reflexbewegung der Augen, die durch die Drehung des Kopfes ausgelöst wird; stabilisiert das visuelle Bild auf der Netzhaut.
  • Vierter Ventrikel
    Der mit Liquor gefüllte Raum innerhalb des Rautenhirns.
  • VL-Kern
    Siehe Nucleus ventralis lateralis.
  • VOR
    Siehe vestibulookulärer Reflex.
  • Vorderhirn (Prosencephalon)
    Die Region des Gehirns, die sich von den embryonalen, rostral gelegenen primären Gehirnbläschen ableitet. Zu den Strukturen des Vorderhirns gehören das Großhirn und das Zwischenhirn.
  • Vorderhorn
    Der ventral gelegene Bereich des Rückenmarks, der neuronale Zellkörper enthält.
  • Vorderwurzel
    Ein Bündel von Motoneuronaxonen, das aus dem ventralen Rückenmark austritt und sensorische Fasern miteinander zu einem Spinalnerv verbindet. Vorderwurzelaxone leiten Informationen vom Rückenmark weg. Siehe auch Hinterwurzel.
  • VP-Kern
    Siehe Nucleus ventralis posterior
  • Wachstumskegel
    Das spezialisierte Vorderende eines wachsenden Neuriten.
  • Wada-Test
    Ein Verfahren, bei dem eine Großhirnhälfte betäubt wird, um die Funktion der anderen zu prüfen.
  • Weiche Hirnhaut (Pia mater)
    Die innerste der drei Hirnhäute, also der Membranen, die das zentrale Nervensystem umhüllen.
  • Weiße Substanz
    Eine allgemeine Bezeichnung für die Ansammlung von Axonen des zentralen Nervensystems. Wenn ein frisch präpariertes Gehirn aufgeschnitten wird, erscheinen die Axone weiß. Siehe auch graue Substanz.
  • Wernicke-Aphasie
    Eine Sprachstörung, bei der die Sprache flüssig, das Sprachverständnis jedoch gestört ist.
  • Wernicke-Areal
    Eine Region an der superioren Oberfläche des Temporallappens zwischen der Hörrinde und dem Gyrus angularis; die Schädigung des Wernicke-Areals ist eng mit der Wernicke-Aphasie assoziiert.
  • Wernicke-Geschwind-Modell
    Ein Modell für die Verarbeitung von Sprache, bei dem Broca- undWernicke-Areal mit sensorischen und motorischen Arealen in Wechselwirkung treten.
  • Widerstand
    Siehe elektrischer Widerstand.
  • Wiedererkennungsgedächtnis
    Das Gedächtnis, das erforderlich ist, um eine sequenzielle Vergleichsaufgabe auszuführen.
  • Wurm (Vermis)
    Die auf der Mittellinie liegende Region des Kleinhirns.
  • Young-Helmholtz-Dreifarbentheorie
    Eine Theorie, nach der das Gehirn Farben zuweist, indem es die von den drei Zapfentypen gelieferte Information verrechnet.
  • Z-Scheibe
    Ein Band, das die Sarkomere in einer Myofibrille einer Skelettmuskelfaser seitlich abschließt.
  • Zapfen
    Ein Photorezeptor in der Netzhaut, der eines der drei Photopigmente enthält, die für unterschiedliche Wellenlängen des Lichts empfindlich sind. Zapfen sind in der Fovea konzentriert, auf das Sehen am Tag spezialisiert und für das gesamte Farbsehen verantwortlich. Siehe auch Stäbchen.
  • Zeitabhängige Plastizität
    Bidirektionale Modifikation der Synapsenstärke, hervorgerufen durch Veränderungen der relativen zeitlichen Beziehung zwischen präsynaptischen Eingängen und postsynaptischen Aktionspotenzialen (Spikes).
  • Zeitgeber
    Jeder Umweltfaktor, wie der Licht-Dunkel-Zyklus, der einen Zeitverlauf signalisiert.
  • Zeitliche Codierung
    Die Übertragung von Information durch das zeitliche Muster von Aktionspotenzialen und nicht durch deren durchschnittliche Frequenz.
  • Zeitliche Summation
    Die Verrechnung von exzitatorischen postsynaptischen Potenzialen, die in schneller Folge an der gleichen Synapse generiert werden. Siehe auch räumliche Summation.
  • Zelladhäsionsmolekül
    Ein Molekül auf der Zelloberfläche, das den Kontakt zwischen Zellen vermittelt.
  • Zellkörper
    Siehe Soma.
  • Zentraler Mustergenerator
    Ein Nervenzellverband, der rhythmische muskuläre Aktivierungsmuster erzeugt.
  • Zentrales Nervensystem (ZNS)
    Das Gehirn (einschließlich der Netzhaut) und das Rückenmark. Siehe auch peripheres Nervensystem.
  • Zentrum-Umfeld-Struktur
    Antagonistischer Aufbau eines rezeptiven Feldes. Ein Beispiel sind retinale rezeptive Felder mit einem kreisförmigen Zentrum und einer Region, die das Zentrum ringförmig umgibt; die Stimulierung des Zentrums führt zu einer Reaktion, die entgegengesetzt ist zu der Reaktion, die nach Stimulierung des Umfelds auftritt.
  • ZNS
    Siehe zentrales Nervensystem.
  • Zwangsstörung (obsessive-compulsive disorder, OCD)
    Eine psychische Störung, zu der Zwangsvorstellungen (sich wiederholende, sich aufdrängende Gedanken, Bilder, Ideen oder Triebe, die als übertrieben, unsinnig oder verboten empfunden werden) und Zwangshandlungen (sich wiederholende Verhaltensweisen, die ausgeführt werden, um die mit den Zwängen verbundene Angst zu verringern) gehören.
  • Zwischenhirn (Diencephalon)
    Ein Bereich des Hirnstammes, der sich vom Vorderhirn ableitet. Zu den Strukturen im Zwischenhirn gehören Thalamus und Hypothalamus.
  • Zyklisches Adenosinmonophosphat (cAMP)
    Ein Second Messenger, der durch die Aktivität des Enzyms Adenylatcyclase aus Adenosintriphosphat synthetisiert wird.
  • Zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP)
    Ein Second Messenger, der durch die Aktivität des Enzyms Guanylatcyclase aus Guanosintriphosphat synthetisiert wird.
  • A1
    Siehe primäre Hörrinde.